„Es mag sein, dass mal eine Zeit kommt in der auch Commons-Logik in Parteien möglich wird. Zur Zeit und bei den Piraten geht es nach hinten los.“ (vía)
Commons-Logik wäre :
- Besitz statt Eigentum
- nachhaltig, inklusiv und ko-kreativ wirtschaften und handeln sowie die Regeln miteinander (in den entsprechenden communities) so gestalten, dass die Interessen der Allgemeinheit nicht „automatisch“ („Das System ist eben so.“) dem individuellen Verwertungsinteresse zum Opfer fallen
- die Interessen der Anderen mitdenken („Ich brauche die Anderen und die Anderen brauchen mich.“)
Es liegt auf der Hand, dass z.B. eine piratige Umweltpolitik der Schritt in eine programmatisch aufregende Richtung wäre, den die Grünen oder die Linken auch in umgekehrte Richtung gehen könnten. Aber dafür braucht es bei den Grünen wohl noch etwas Zeit und bei den Piraten etwas anderes als das, was Benni hier zusammenfasst.
Auf den etwas unseligen Mob-Begriff kann man getrost verzichten, find ich; glaub’ zudem nicht, dass „klassische Parteistrukturen“ und „Rituale“ an dem Desaster Schuld sind, sondern tatsächlich die Fokussierung – bzw. mangelnde Fokussierung auf die Fragen, die die Debatten um genmanipultiertes Saatgut und proprietäre Software, für Freie Kultur und Zugang zu Trinkwasser gemein haben. Aber den wesentlichen Kritikpunkten und dem temporären Stimmentzug kann ich nur zustimmen.
Schade, verdammt! Sieht sonst jemand Land? Ich glaube durchaus, dass wir eine Commonsdenke in ein paar Partei-Köpfen brauchen, denn es gibt e Herausforderungen, die wir auch nicht dadurch bewältigen, dass wir das Kind (Staat und repräsentative Demokratie) mit dem Bade ausschütten. Vielmehr heißt Commons denken AUCH, den Staat neu denken.
Update: hier noch ein Beitrag zum Thema Commons und Staat von James Quilligan