Die Perspektiven der Globalisierungsverlierer

Die Verfassungsrichterin Gertrude Lübbe-Wolff hat für die Stuttgarter Zeitung einen lesenswerten Artikel verfasst. „Wie funktioniert die Integration menschlicher Gesellschaften?„, fragt sie. „Was hält eine Gesellschaft zusammen?“ Sie spricht von „einer Erosion der Werte„. Ich denke, wir sollten uns mit ihren Thesen auseinandersetzen.

Ausstieg aus dem Atomausstieg? Mitmachen!

Der Commonsblog ist kein Kampagnenblog, aber es gibt Kampagnen, um die kommt niemand herum. Nicht links und nicht rechts. Also: Mitmachen bei Campact und bei der Montagsdemo in BERLIN!

„über 33.000 Menschen haben in den letzten 48 Stunden bereits unseren Offenen Brief „Am Atomausstieg nicht rütteln!“ unterzeichnet.“

Wer’s noch nicht getan hat: hier der link, geht schnell und einfach!

„… Jetzt wollen wir den Worten Taten folgen lassen. Wenn am kommenden Montag die schwarz-gelben Koalitionäre zu ihrer ersten Verhandlungsrunde in Berlin zusammenkommen, wollen wir uns mit hunderten Menschen warmlaufen für den Widerstand. Unsere Botschaft…: Wer auf eine Renaissance der Atomkraft setzt, erlebt eine Comeback der Anti-Atom-Bewegung!“

Wieso eigentlich nur mit Hunderten?

Weitere Infos zur Aktion: http://www.campact.de/atom2/k1

Die Atomfreunde freuen sich zu früh“ überschrieb gestern die Financial Times Deutschland einen Kommentar, indem zu lesen war: Den Rest des Beitrags lesen »

The Commons as a new narrative for the 21 century

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I had the opportunity to do the introductory talk of the World Commons Forum held on 29 and 30 of September in Salzburg. I am pleased to share my ideas as well as the presentation. It includes a table to compare the present paradigm with the commons paradigm. Den Rest des Beitrags lesen »

Commons im Forbes Biz Mag

Commons sind allgegenwärtig. Deswegen wird es Zeit, dass sie auch in Zeitungen aller Couleur allgegenwärtig sind. Das sieht derzeit nicht schlecht aus: Dieses Mal titelt Elisabeth Eaves vom US-Business Magazin Forbes (sic!): Common Sense. Treffender Untertitel angesichts der  politischen Großwetterlage: „As heads of state meet, the most urgent priority is to preserve what we have.“ Eaves Ausgangspunkt sind drei Beispiele: Das Schwinden der Fischbestände, das Problem internationaler Piraterie und der zunehmenden Stromverbrauch durch IT! Was hat das alles miteiannder zu tun? Und dann umreißt sie die Idee der global commons.

Ihr Fazit: Den Rest des Beitrags lesen »

Piraten Ahoi.

„Es mag sein, dass mal eine Zeit kommt in der auch Commons-Logik in Parteien möglich wird. Zur Zeit und bei den Piraten geht es nach hinten los.“ (vía)

Commons-Logik wäre :

  • Besitz statt Eigentum
  • nachhaltig, inklusiv und ko-kreativ wirtschaften und handeln sowie die Regeln miteinander (in den entsprechenden communities) so gestalten, dass die Interessen der Allgemeinheit nicht „automatisch“ („Das System ist eben so.“) dem individuellen Verwertungsinteresse zum Opfer fallen
  • die Interessen der Anderen mitdenken („Ich brauche die Anderen und die Anderen brauchen mich.“)

Es liegt auf der Hand, dass z.B. eine piratige Umweltpolitik der Schritt in eine programmatisch aufregende Richtung wäre, den die Grünen oder die Linken auch in umgekehrte Richtung gehen könnten. Aber dafür braucht es bei den Grünen wohl noch etwas Zeit und bei den Piraten etwas anderes als das, was Benni hier zusammenfasst.

Auf den etwas unseligen Mob-Begriff kann man getrost verzichten, find ich; glaub’ zudem nicht, dass „klassische Parteistrukturen“ und „Rituale“ an dem Desaster Schuld sind, sondern tatsächlich die Fokussierung – bzw. mangelnde Fokussierung auf die Fragen, die die Debatten um genmanipultiertes Saatgut und proprietäre Software, für Freie Kultur und Zugang zu Trinkwasser gemein haben. Aber den wesentlichen Kritikpunkten und dem temporären Stimmentzug kann ich nur zustimmen.

Schade, verdammt! Sieht sonst jemand Land? Ich glaube durchaus, dass wir eine Commonsdenke in ein paar Partei-Köpfen brauchen, denn es gibt e Herausforderungen, die wir auch nicht dadurch bewältigen, dass wir das Kind (Staat und repräsentative Demokratie) mit dem Bade ausschütten. Vielmehr heißt  Commons denken AUCH, den Staat neu denken.

Update: hier noch ein Beitrag zum Thema Commons und Staat von James Quilligan

Commons & Gütertheorie

Stefan Meretz hat auf Keimform einen sehr übersichtlichen Artikel zur Einordnung der Commons (Gemeingüter) in die Gütertheorie zur Diskussion gestellt.

Das ist richtig wichtig, denn die meisten Wirtschafts-, Sozial- und Politikwissenschaftler oder JournalistInnen sind es gewohnt, Güter in erster Linie (und oft ausschließlich) nach neoklassischen ökonomischen Kriterien zu klassifizieren (hier zusammengefasst).

Diese Klassifikation (die sofort aktiviert wird, sobald man „Gemeingüter“ sagt; in der Tat eine kritikwürdige Übersetzung) geht am Kern der Commonsidee vorbei. Das wird in Stefans Artikel ersichtlich. Klar wird auch, dass es eben nicht dasselbe ist, ob wir von den Ressourcen selbst, der Eigentumsform oder den Commons (Gemeingütern) reden. „Gemeingüter = Gemeineigentum“ ist ja ein weiteres geläufiges Missverständnis, dem man mit dieser Übersicht beikommt.

Auf Keimform gibt es eine Debatte zum Artikel, in die ich mich schon eingemischt habe, hier ein paar zusätzliche Gedanken und Einwände.

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1, 2, 3, viele Manifeste

Manifeste haben immer mal wieder Konjunktur. Wer sich in den Dschungel alter und neuer „handgreiflich gemachter politischer Erklärungen“ wagt, geht mit Sicherheit inspiriert daraus hervor.  Besonders provokant ist, was einzelne Vordenker zu Papier bringen – also Manifeste, denen man ansieht, dass sie nicht um Zustimmung ringen. Es folgen ein paar manifeste Lesetipps, die sich rund um das Thema Gemeingüter bewegen.

Wissen, Information, Software und Kultur:

Da ist zunächst das GNU-Manifest von Richard Stallman. Hier die inoffizielle deutsche Übersetzung. Den Rest des Beitrags lesen »

Wir müssen schneller scheitern

Wir müssen schneller scheitern, um das Tal des Todes zu überbrücken. So könnte man die Botschaft von Health Commons auf den Punkt bringen.  Über Health Commons habe ich hier und hier schon berichtet, nun aber genauer hingesehen und den Grundlagentext gelesen. Die Schlußfolgerung will ich vorweg nehmen.

Es müsste Pharmaforschungscommons heißen oder – neutraler noch – Pharmaforschungspool.


Der Reihe nach: Den Rest des Beitrags lesen »

Belohnung statt Strafe lohnt sich

Gestern berichtet die Süddeutsche, dass bewiesen ist, was wir schon ahnen:

„Wer durch asoziales Verhalten auffällt, den bestraft die Gesellschaft. Doch möglicherweise geht sie dabei genau den falschen Weg.

Eine der großen Fragen der Commonsdebatte ist: Wie bewegen wir Menschen zu kooperativem Handeln? Wie bewegen wir uns dazu, Dinge zu tun, die uns selbst nützen aber anderen nicht schaden? Wie ermöglichen wir, dass Müll vermieden, Kohlendioxidemissionen gesenkt, Ideen ausgetauscht, Vielfalt geschützt wird? Wie setzen wir die richtigen Anreize, gerade, wenn es um Handlungen geht, deren komplexe Konsequenzen, wir als Einzelne gar nicht überblicken? … und vor allem dann, wenn wir zu den anderen keine persönliche Beziehung haben, wenn wir sie nicht kennen, ihnen nicht vertrauen?

Am besten durch clevere Belohnungsstrategien. Darauf jedenfalls lassen  Experimente schließen, die ein Forscherteam um David Rand und Anna Dreber im Fachmagazin Science (Bd. 325, 2009, S.1272 ff) soeben veröffentlichte. Hier der abstract. Die gesamte Science Ausgabe widmet sich den Ursprüngen der Kooperation.

„Die Forscher nutzten ein Standardexperiment aus der Spieltheorie, das sogenannte Public Goods Game. Bei diesem Spiel kann jeder aus einer Gruppe von Mitspielern entscheiden, wie viel Geld er in einen gemeinsamen Topf wirft. Die so gesammelte Summe wird am Ende gleichmäßig verteilt…. Den Rest des Beitrags lesen »

Sitzbänke in Stadtzentren: Commons gegen Kommerz?

IMG_0310Gerade komme ich von einem erschöpfenden Rundgang durch das Stadtzentrum von Florenz. Erschöpfend nicht etwa deshalb, weil ich hier zwischen Tausenden von Touristen arbeiten darf, sondern weil ich auf meinem Rundgang keine einzige Sitzbank fand, auf der ich mich mal hätte ausruhen können. Auf der Piazza bei den Uffizien scheint es keine einzige Sitzgelegenheit zu geben, die nicht in Form eines Cafés oder Restaurants in irgend einer Form kommerzialisiert ist. Einzige Ausnahme sind Sitzbank-ähnliche Strukturen, die man beim besten Willen nicht entfernen könnte, ohne das Stadtbild empfindlich zu stören – so zum Beispiel die Stufen zum Eingang des Doms. Egal, ob man müde ist und ein bißchen ausruhen möchte oder ob man einem der Strassenkünstler bei der Arbeit zusehen will – man ist erbarmungslos zum Stehen verdammt. Ob die Polizei käme, wenn man sich einfach auf den Boden setzt? Ich weiss es nicht, denn das Pflaster war mir für einen solchen Versuch zu dreckig.

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