Bundestagspetition: Open Access

Es ist ganz einfach: „Was öffentlich finanziert ist, muss öffentlich zugänglich bleiben.“ So steht es in diesem Manifest. Der Wissenschaftsblogger Lars Fischer hat in diesem Sinne eine ePetition beim Bundestag eingereicht. Der Titel, Wissenschaft und Forschung – Kostenloser Erwerb wissenschaftlicher Publikationen, scheint mir zwar etwas unglücklich, aber das Anliegen nicht. In der Petition heißt es:

„Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass wissenschaftliche Publikationen, die aus öffentlich geförderter Forschung hervorgehen, allen Bürgern kostenfrei zugänglich sein müssen. Institutionen, die staatliche Forschungsgelder autonom verwalten, soll der Bundestag auffordern, entsprechende Vorschriften zu erlassen und die technischen Voraussetzungen zu schaffen.“

Hier einige Anmerkungen zu Sinn und Entstehungsgeschichte der Petition und hier geht’s zur Unterzeichnung bis zum 22. 12.2009 . (Anmeldung ist schnell erledigt.) Begründet wird der Antrag damit, dass … Den Rest des Beitrags lesen »

Prinzipien des Commonsmanagements II

Auf den P2P Diskussionsseiten gibt es eine interessante Liste von Franco Papeschi & Tory Dunn zu der Frage, woran man ein nachhaltiges Projekt erkennen kann. Es erfasst m.E. zugleich die wichtigsten Prinzipien einer commons based economy, also der Gemeinschaftlichen Produktion von Gleich zu Gleich bzw. der ‘Gemeinen Peer-Produktion‘ jenseits von  Markt und Staat (Apropos,wie klingt der Begriff? Provokant?)

Hier die Übersetzung das Fragenkatalogs mit einigen Ergänzungen von mir. Die assoziierten Prinzipien, so wie ich sie sehe, habe ich in Klammern gesetzt.

  1. Hilft die Initiative/das Projekt den Menschen, ihre Zeit so gut wie möglich zu nutzen? (Zeiteffizienz besser vielleicht noch: Entschleunigung)
  2. Stärkt sie die Beziehungen zwischen den Menschen? (Beziehungsorientierung)
  3. Gibt es einen klar identifizierbaren sozialen Nutzen (oder, falls dieser nicht klar identifizierbar sein sollte, zeichnet sich diese Richtung ab)? (Gemeinwohlorientierung) Den Rest des Beitrags lesen »

Monsanto: von Drehtüren und Werkzeugen die keine sind

Michael Grolm, der Thüringer Imker der für seine Überzeugungen ins Gefängnis geht, sagt Sätze die jeder versteht. Etwa:

Der ehemalige Monsanto-Chef spricht davon, dass die Gentechnik ein Werkzeug sei. Nicht gut und nicht schlecht. Eben ein Werkzeug. Aber ein Werkzeug ist so etwas wie ein Hammer oder eine Schere. Die kann ich benutzen, um etwas zu tun. Doch diese Technologie benutzt uns! Sie macht etwas mit uns, nicht wir mit ihr.

Gestern Abend habe ich für INKOTA an einer Diskussionsveranstaltung zum überMacht-Film-Festival teilgenommen. Ich komme spät. Öffne die Tür. Der Saal des KuBus ist voll. Man muss wissen: Den Rest des Beitrags lesen »

„Umwelt-Auftragsmörder“ oder Kein Strand für alle

Zur Rolle des Staates in der Gemeingüterdebatte wird noch viel zu diskutieren sein. Hier anders als anderswo. Oft wird der Staat als trustee der Gemeingüter herbeigewünscht. Das scheint nicht unlogisch: Wen anders – wenn nicht demokratische Institutionen – sollte man mit der Verwaltung von Dingen beauftragen, die nicht auf lokaler Ebene in den Griff zu kriegen  sind? Küstenstreifen zum Beispiel. Hier ist Staat als trustee mitten in  Europa noch einigermaßen vorstellbar, wenngleich es nicht immer vernünftig oder effizient erscheint, an den Staat zu delegieren … . Aber anderswo ist es anders.  In ihrer Oktoberausgabe hat die ILA einen Artikel veröffentlicht, der schlagartig klar macht, warum mir das Wort Rechts-Staat beim Gedanken an Mexiko immer genau in der Mitte im Hals stecken bleibt. Den Rest des Beitrags lesen »

Jack Wolfskin und die Tatzenposse: 1:0 für uns

Jack Wolfskin lenkt ein. Vernunft siegt über Markenrecht. Das Agieren der (Internet-)communities über den Konzern! Jetzt knirscheln vermutlich nicht nur Jack Wolfskins Anwälte.

Hier die aktuelle Meldung bei Heise.

„Der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin lenkt im Streit mit Kleinhändlern um angebliche Markenrechtsverstöße ein. Das Unternehmen will seine umstrittenen Abmahnungen zurücknehmen. ‘Die zum Teil heftige Kritik unserer Kunden … nehmen wir ernst und zum Anlass, unser Vorgehen kritisch zu hinterfragen’, erklärte Geschäftsführer Manfred Hell am Freitag. Heftige Reaktionen im Internet hätten zum Einlenken geführt. … Anwaltliche Hilfe soll in Zukunft erst ein letzter Schritt sein.“ (Herv. von mir)

Großartig.

Die Posse um die Tatze hatte eine Welle der Entrüstung ausgelöst, die sich per Blogs und Twitter sowie in den klassischen Medien rasend schnell verbreitete. Auch hier auf dem Commonsblog.

Die Perspektiven der Globalisierungsverlierer

Die Verfassungsrichterin Gertrude Lübbe-Wolff hat für die Stuttgarter Zeitung einen lesenswerten Artikel verfasst. „Wie funktioniert die Integration menschlicher Gesellschaften?„, fragt sie. „Was hält eine Gesellschaft zusammen?“ Sie spricht von „einer Erosion der Werte„. Ich denke, wir sollten uns mit ihren Thesen auseinandersetzen.

Ausstieg aus dem Atomausstieg? Mitmachen!

Der Commonsblog ist kein Kampagnenblog, aber es gibt Kampagnen, um die kommt niemand herum. Nicht links und nicht rechts. Also: Mitmachen bei Campact und bei der Montagsdemo in BERLIN!

„über 33.000 Menschen haben in den letzten 48 Stunden bereits unseren Offenen Brief „Am Atomausstieg nicht rütteln!“ unterzeichnet.“

Wer’s noch nicht getan hat: hier der link, geht schnell und einfach!

„… Jetzt wollen wir den Worten Taten folgen lassen. Wenn am kommenden Montag die schwarz-gelben Koalitionäre zu ihrer ersten Verhandlungsrunde in Berlin zusammenkommen, wollen wir uns mit hunderten Menschen warmlaufen für den Widerstand. Unsere Botschaft…: Wer auf eine Renaissance der Atomkraft setzt, erlebt eine Comeback der Anti-Atom-Bewegung!“

Wieso eigentlich nur mit Hunderten?

Weitere Infos zur Aktion: http://www.campact.de/atom2/k1

Die Atomfreunde freuen sich zu früh“ überschrieb gestern die Financial Times Deutschland einen Kommentar, indem zu lesen war: Den Rest des Beitrags lesen »

The Commons as a new narrative for the 21 century

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I had the opportunity to do the introductory talk of the World Commons Forum held on 29 and 30 of September in Salzburg. I am pleased to share my ideas as well as the presentation. It includes a table to compare the present paradigm with the commons paradigm. Den Rest des Beitrags lesen »

Nerds schreiben die Drehbücher unseres Denkens

das meint Frank Schirrmacher in einem must-read über Nerds und deren politisch-piratige Gestalt in der FAZ:

„Nerds haben die Drehbücher unserer Kommunikation, unserer SMS-Botschaften, mittlerweile unseres Denkens geschrieben. Sie sind die größte Macht der modernen Gesellschaft.

Ihrem Wesen nach sind Nerds individualistisch. Aber sie sind Individualisten, die dank der digitalen Technologie die größte Vernetzungsstufe der Menschheitsgeschichte möglich gemacht haben: Vernetzung einzelner Subjekte, die ihren Charakter und ihre Individualität bewahren können, nicht nach ihrem Äußeren beurteilt werden, nicht nach ihrem Geschlecht, nicht nach ihrem Diplomatenkoffer oder ihrer Jute-Tasche. … Und das macht sie wichtig und notwendig.

Über die „Piraten“ lässt sich Endgültiges noch nicht sagen. … Den Rest des Beitrags lesen »

Piraten Ahoi.

„Es mag sein, dass mal eine Zeit kommt in der auch Commons-Logik in Parteien möglich wird. Zur Zeit und bei den Piraten geht es nach hinten los.“ (vía)

Commons-Logik wäre :

  • Besitz statt Eigentum
  • nachhaltig, inklusiv und ko-kreativ wirtschaften und handeln sowie die Regeln miteinander (in den entsprechenden communities) so gestalten, dass die Interessen der Allgemeinheit nicht „automatisch“ („Das System ist eben so.“) dem individuellen Verwertungsinteresse zum Opfer fallen
  • die Interessen der Anderen mitdenken („Ich brauche die Anderen und die Anderen brauchen mich.“)

Es liegt auf der Hand, dass z.B. eine piratige Umweltpolitik der Schritt in eine programmatisch aufregende Richtung wäre, den die Grünen oder die Linken auch in umgekehrte Richtung gehen könnten. Aber dafür braucht es bei den Grünen wohl noch etwas Zeit und bei den Piraten etwas anderes als das, was Benni hier zusammenfasst.

Auf den etwas unseligen Mob-Begriff kann man getrost verzichten, find ich; glaub’ zudem nicht, dass „klassische Parteistrukturen“ und „Rituale“ an dem Desaster Schuld sind, sondern tatsächlich die Fokussierung – bzw. mangelnde Fokussierung auf die Fragen, die die Debatten um genmanipultiertes Saatgut und proprietäre Software, für Freie Kultur und Zugang zu Trinkwasser gemein haben. Aber den wesentlichen Kritikpunkten und dem temporären Stimmentzug kann ich nur zustimmen.

Schade, verdammt! Sieht sonst jemand Land? Ich glaube durchaus, dass wir eine Commonsdenke in ein paar Partei-Köpfen brauchen, denn es gibt e Herausforderungen, die wir auch nicht dadurch bewältigen, dass wir das Kind (Staat und repräsentative Demokratie) mit dem Bade ausschütten. Vielmehr heißt  Commons denken AUCH, den Staat neu denken.

Update: hier noch ein Beitrag zum Thema Commons und Staat von James Quilligan