Kurt Stüber vom MPI für Züchtungsforschung in Köln hat haufenweise alte wissenschaftliche Bücher eingescannt, zum Beispiel solche von Charles Darwin, Ernst Haeckel, Gregor Mendel, Alexander von Humboldt und Jean-Baptiste de Lamarck. Seine virtuelle BioLib ist ein wunderbares Beispiel, wie ein kulturelles Gemeingut öffentlich verfügbar gemacht werden kann. Man kann nur hoffen, dass Stübers Aktivitäten öffentlich gefördert und weiter ausgeweitet werden. Eine wunderbare Ressource! Viele der Bücher sind hier auch als pdf Files zugänglich. Schade, dass die Seite durch den Satz „© Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V., Munich. All rights reserved.“ geziert wird, was ja nun wahrlich nicht erforderlich wäre – oder was will die MPG hier schützen?
Für mich ist diese schöne Internetseite ein Grund mehr, die Petition von Lars Fischer Wissenschaft und Forschung – Kostenloser Erwerb wissenschaftlicher Publikationen zu unterstützen.

Die alternative Nobelpreisträgerin
Demnächst werde ich in München zum Thema 
Jahrelang dachte ich, man sollte das Stollenrezept (siehe unten) meiner Großmutter Helene patentieren lassen. Ich bin mir sicher, es ist das definitiv beste Stollenrezept der Welt! Meiner Welt zumindest. Gestern kam mir diese Idee plötzlich wieder in den Sinn. Was für ein absurder Gedanke, ein Stollenrezept zu patentieren. Was wäre denn der Effekt eines solchen Patents? Jeder, der ein Stück Stollen zu Weihnachten äße, müsste Lizenzgebühren an mich bezahlen. Falls es mir in den Kram passte, könnte ich das Backen und Essen von Stollen dieses Jahr überhaupt verbieten und einfach niemandem eine Lizenz erteilen. Als ob es mir irgendwie nützen würde, wenn keiner einen Stollen nach dem Rezept meiner Großmutter bäckt. Ich habe das Rezept ja nicht einmal erfunden. Ich habe es geerbt, von meiner Großmutter und die wiederum von ihrer Urgroßmutter oder weiss der Teufel von wem. Wer weiss, ob es überhaupt einen Erfinder des Dresdner Christstollens gibt? Auf jedenfall müsste ich eine Gesellschaft für Christstollen Backrechte (

Während sich die Welt der Commons meist um Grundelemente des Lebens wie Trinkwasser, Atemluft, Saatgut und intellektuelles Eigentum zu drehen scheint, stolpere ich von einer Kleinigkeit zur anderen und komme mir vor, als klage ich auf höchstem Niveau. Aber muss man wirklich jeden Mist essen, nur um nicht zu klagen, weil man sich auf hohem Niveau befindet? Ausgerechnet im mexikanischen Monterrey, mit dessen Bohnengerichten ich mich am liebsten totschiessen lassen würde, um mir das Essen zu ersparen, ging mir wieder mal ein liebgehabter Nationalstolz flöten.