Kurt Stübers „BioLib“

Kurt Stüber vom MPI für Züchtungsforschung in Köln hat haufenweise alte wissenschaftliche Bücher eingescannt, zum Beispiel solche von Charles Darwin, Ernst Haeckel, Gregor Mendel, Alexander von Humboldt und Jean-Baptiste de Lamarck. Seine virtuelle BioLib ist ein wunderbares Beispiel, wie ein kulturelles Gemeingut öffentlich verfügbar gemacht werden kann. Man kann nur hoffen, dass Stübers Aktivitäten öffentlich gefördert und weiter ausgeweitet werden. Eine wunderbare Ressource! Viele der Bücher sind hier auch als pdf Files zugänglich. Schade, dass die Seite durch den Satz „© Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V., Munich. All rights reserved.“ geziert wird, was ja nun wahrlich nicht erforderlich wäre – oder was will die MPG hier schützen?

Für mich ist diese schöne Internetseite ein Grund mehr, die Petition von Lars Fischer Wissenschaft und Forschung – Kostenloser Erwerb wissenschaftlicher Publikationen zu unterstützen.

Wasser ist Gemeingut: 10 Prinzipien

Die alternative Nobelpreisträgerin Maude Barlow hat in Our Water Commons: Toward a freshwater narrative 10 Grundsätze zum Management von Wasser als Gemeingut formuliert. (s.u.) Das Papier ist noch nicht ganz rund, aber seither ist die Debatte weitergegangen. Barlows Stimme wird in der weltweiten Wasserbewegung gehört. Auch sie macht sich zunehmend für die Commons stark:

1) Wasser als Gemeingut  konzipieren und benennen
2) die Erzählung einer Erd-Demokratie stärken
3) Erhalt der Wasserressourcen durch Wasserschutzmaßnahmen und Gesetzgebung
4) Wassereinzugsgebiete als Gemeingut betrachten
5) Lokale Gemeinschaft Kontrolle über die lokalen Wasserressorucen geben
6) Wassersouveränität für die Gemeinschaften und für die Nationen
7) Wassersgerechtigkeit statt Wasserbarmherzigkeit Den Rest des Beitrags lesen »

Indische Johads: Wasser als Gemeingut

Demnächst werde ich in München zum Thema Wasser als Gemeingut diskutieren. Guter Anlaß, um das Thema Wasser auf dem Blog prominenter zu platzieren.

Im trockenen Norden von Indien ist schon seit Jahren eine Tendenz zur Wiederbelebung lokaler Wasserinitiativen beobachtbar, so der Council of Canadians in Local Control of our Water Commons.

Monsunregen einerseits, Dürre andererseits. Wie das zu händeln ist, zeigt die NGO Tarun Bharat Sangh (TBS) im ariden Rajasthan. Die Leute in den Dörfern bauen mit Unterstützung von TBS Johads. Das sind … Den Rest des Beitrags lesen »

Wem gehört der Schnee? Zum Unterschied zwischen Öffentlichen Gütern und Gemeingütern

„Fundsachen der Allmendewiese“: Manchmal macht das Blog seinem ursprünglichen Untertitel alle Ehre. Heute gefunden: „Die Entwicklung des Schnees von ‘res communis’ zum Staatsgut“ von Professor Fernández de Buján. Der spanische Rechtshistoriker hielt diesen Vortrag zum 1.  Skirechtsforum italienischen Bormio (Dez. 05). Es ist ein Ausflug ins römische Recht, um dort Ansatzpunkte für ein einheitliches Skirecht zu suchen. Wem also gehört der Schnee? Und wie dachten die alten Römer über Gemeingüter im Unterschied zu öffentlichen Gütern?

Güter waren ursprünglich zweigeteilt, … Den Rest des Beitrags lesen »

Lesezeit: Gemeingüter

Wir produzieren derzeit eine kleine Videoserie – mit großartiger Unterstützung von Arne Petrich/Politopolis. Ich lese Abschnitte aus Wem gehört die Welt?. Heute: Worum geht’s und was haben Gemeingüter mit Robin Hood zu tun?

Später geht es weiter mit Geschichten aus neuen Publikationen. Viel Spaß beim Zuhören!

Mehr Videos zum Thema in deutscher, englischer und spanischer Sprache auf dem youtube Kanal CommonsDeutschland.

Rezept für einen Stollen, den Oma Leni noch „Dresdner Christstollen“ nennen durfte

Stollen BildJahrelang dachte ich, man sollte das Stollenrezept (siehe unten) meiner Großmutter Helene patentieren lassen. Ich bin mir sicher, es ist das definitiv beste Stollenrezept der Welt! Meiner Welt zumindest. Gestern kam mir diese Idee plötzlich wieder in den Sinn. Was für ein absurder Gedanke, ein Stollenrezept zu patentieren. Was wäre denn der Effekt eines solchen Patents? Jeder, der ein Stück Stollen zu Weihnachten äße, müsste Lizenzgebühren an mich bezahlen. Falls es mir in den Kram passte, könnte ich das Backen und Essen von Stollen dieses Jahr überhaupt verbieten und einfach niemandem eine Lizenz erteilen. Als ob es mir irgendwie nützen würde, wenn keiner einen Stollen nach dem Rezept meiner Großmutter bäckt. Ich habe das Rezept ja nicht einmal erfunden. Ich habe es geerbt, von meiner Großmutter und die wiederum von ihrer Urgroßmutter oder weiss der Teufel von wem. Wer weiss, ob es überhaupt einen Erfinder des Dresdner Christstollens gibt? Auf jedenfall müsste ich eine Gesellschaft für Christstollen Backrechte (GECHBA) gründen, deren Mitarbeiter zur Weihnachtszeit an sämtlichen Haustüren klopfen und Gebühren eintreiben … oder so ähnlich hatte ich diese Idee weitergesponnen.

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Der Duden von gestern

ForvoDas Internet fördert immer wieder Erstaunliches zu Tage. Heute verblüffte mich der DUDEN durch die Einfallslosigkeit eines anachronistischen Service-Angebots (Zitat: „Mit dem Jahresabo erzielen Sie das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Für nur 7,95 € im Monat stehen Ihnen ein Jahr lang sämtliche Wörterbücher der Duden-Suche zur Verfügung“ – Das sind immerhin 95,40 Euro im Jahr, Davon kann man sich vier gedruckte Exemplare kaufen!). Gleich darauf überrascht mich eine zumindest mir neue Internetseite namens FORVO mit einem phantastischen Exemplar für die Commons-Sammlung. Noch habe ich wenig über den baskischen Träger dieser Webseite in Erfahrung bringen können. Offenbar eine Organisation oder Firma in San Sebastian. Ich bin gespannt auf Kommentare hierzu.

In meinem ursprünglichen Anliegen, nämlich die Aussprache des griechischen Wortes αειφορία (Nachhaltigkeit) zu ergründen, bin ich indes nicht weiter gekommen. Irgendwer muss da noch zu den Commons beitragen. Ich bin gespannt, wie lange das dauert. :-)

PS: ana|chro|nis|tisch <Adj.> (bildungsspr.): 1.  zeitlich falsch eingeordnet. 2. nicht in eine bestimmte Zeit, Epoche … (mehr gibt’s leider nicht umsonst)

SLUB Dresden bereichert die Commons

„Wenn ich die Geschichte in Worten erzählen könnte, brauchte ich keine Kamera herumzuschleppen.“ Lewis W. Hine(1874-1940)

vía: 18.000 Fotos aus ihrer Bilddatenbank hat die Sächsische Landesbibliothek CC-BY SA lizenziert und der Wikipedia zur Verfügung gestellt. Sie hat damit die ihr übertragenen Nutzungrechte so genutzt, dass wir alle etwas davon haben. Ein Geschenk an die Allmende!
Wann folgt das Jenaer Stadtarchiv? Hier bei Fotoerbe fand ich hinter dem Eintrag „Jena/digitalisiert/ zugänglich“ – nur ein Fragezeichen. Und was ist mit den Thüringer Staatsarchiven?

Richard Peter: Dresdner Rathausturm 1945

Im Thüringer Gesetz über die Sicherung und Nutzung von Archivgut fand ich folgende, mir veraltetet erscheinende komplizierte NutzungsbestimmungenDen Rest des Beitrags lesen »

Telepathology: a life saving commons?

Access to Pathology Expertise: How can we turn this luxury into a global commons? This is the question asked by Jacques Paysan from Carl Zeiss MicroImaging GmbH during the World Commons Forum held in Salzburg on September 29/30.

The success of medical treatment crucially depends on accurate diagnosis by an experienced pathologist. This is particularly true for tumour surgery, transplantation medicine, and diagnosis of infections. In a nutshell: No diagnosis, no therapy!

Just imagine: You have something you don’t understand. Nor your doctor does. So, … Den Rest des Beitrags lesen »

À la recherche du pain perdu*

IMG_0281Während sich die Welt der Commons meist um Grundelemente des Lebens wie Trinkwasser, Atemluft, Saatgut und intellektuelles Eigentum zu drehen scheint, stolpere ich von einer Kleinigkeit zur anderen und komme mir vor, als klage ich auf höchstem Niveau. Aber muss man wirklich jeden Mist essen, nur um nicht zu klagen, weil man sich auf hohem Niveau befindet? Ausgerechnet im mexikanischen Monterrey, mit dessen Bohnengerichten ich mich am liebsten totschiessen lassen würde, um mir das Essen zu ersparen, ging mir wieder mal ein liebgehabter Nationalstolz flöten.

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