How to turn cloths explicitely made exlusively for “attractive” and “cool” people into a commons? Or: How to hack the Abercrombio&Fitch business strategy? (beyond just not bying)
A must watch and a must share!
How to turn cloths explicitely made exlusively for “attractive” and “cool” people into a commons? Or: How to hack the Abercrombio&Fitch business strategy? (beyond just not bying)
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Hier gibt’s – scheibchenweise – die Langfassung meines Beitrags, der in der letzten Oya zum Thema Commoning erschienen ist. Zunächst aber: Tusch für die Oya und die Verlautbarung meines Lieblingsbeitrags aus dem Heft
Das ist nämlich: “Allmende zwischen Kruste und Krümel” über das gemeinschaftliche Brotbacken. Da reibt man sich die Augen, wiegt den Kopf hin und her und murmelt… “Was es alles gibt.”
Also, mein Beitrag:
Commons fallen nicht vom Himmel
Vier Thesen, vier Folgen. Hier These 1.
Jedes Commons ist sozial.
(oder: Über die Güterkrücke, die wir an den berühmten Nagel hängen sollten)
Manch ein Satz brütet im Gehirn. Mitunter über Jahre. Erst, wenn er sich erschließt, kann der darin geborgene Gedanke zu Ende gedacht werden. Solch einen Satz teilte der Umweltwissenschaftler Wolfgang Sachs mit uns. Das war vor einem Jahrzehnt. Gerade wurde das Abendessen in einem kleinen, mexikanischen Hotel neben den weltberühmten Pyramiden von Teotihuacán serviert. Entnervt vom fruchtlosen Kreisen in eigenen Gedanken baten wir Wolfgang um Rat. Meinem Kollegen und mir war es in endlosen Zwiegesprächen nicht gelungen, den Charakter der sogenannten Commons zu fassen. Worin genau bestand der Unterschied zwischen Gemeingütern (im Englischen »Common Goods«) und dem, was nur der englische Begriff Commons auszudrücken vermag?
„Commons“, so befand der von mir sehr geschätzte ‘deprofessionalisierte Intellektuelle’ Gustavo Esteva aus Oaxaca, Den Rest des Beitrags lesen »
Oder: Den Wald trotz aller Bäume sehen
Seit zwei Jahrzehnten bin ich „entwicklungspolitisch“ unterwegs. Ich habe Mitte der Neunziger das entwicklungspolitische Landesnetzwerk Thüringen initiiert (heute EWNT), war in vielen einschlägigen bundespolitischen Zusammenhängen unterwegs (das ging rasant, die entwicklungspolitische Community aus dem Osten war überschaubar). Ich habe meine Arbeit in Mittelamerika, Mexiko und Kuba immer als „entwicklungspolitisch“ relevant empfunden (sofern man darunter die Frage versteht, wie Lebensbedingungen – auch strukturell – verbessert werden können). Zuletzt habe ich Ko-Kreis von INKOTA gesessen, dem aus ostdeutschen Initiativen entstandenen entwicklungspolitischen Netzwerk. Und ich habe allerlei Bäume angeguckt. Baum für Baum: die Landfrage, die Wasserprivatisierung, Wissensmanagement, Biodiversität, Fischereiproblematik, Klimaschutz, Energieversorgung, Verstädterung, Desertifikation, Geschlechtergerechtigkeit, Gewalt, Korruption. Die Liste lässt sich endlos fortsetzen. Wie gesagt: Baum für Baum. Auf der Metaebene spielte der Entwicklungsbegriff immer eine wichtige Rolle. Bis zu seinem (inzwischen besiegelten) Abgesang. Dieser fuhr zweigleisig – in entgegengesetzte Richtungen.
Die Einen (die Privatisierer, Welthandelsliberalisierer und BIP-Wachstumsliebhaber) verabschieden sich von der „Finanzierung von Entwicklung“ und sagen jetzt (endlich?) klar, was sie immer schon finanziert haben: Investment. Sie meinen: Auf Investment folge Entwicklung und vergessen in der Regel zu fragen: Für wen?
Die anderen, auch das eine alte Debatte, suchen Begriffe, die die Komplexität sozialer Dynamiken besser abbilden können als der lineare Entwicklungsbegriff. Da können wir viel von Ivan Illich lernen und von Elinor Ostrom natürlich. Post-Development ist jedenfalls überall. Und damit die Suche nach Den Rest des Beitrags lesen »
Große Veränderungen brauchen eine gehörige Portion Hoffnung, Optimismus und irgendwie auch Vorfreude darauf, dass etwas besser oder zumindest anders wird. Aber wer verbreitet das? So oder ähnlich fragte Günther Dück während seines Aufrufs zum metakulturellen Diskurs auf der letzten Re:publica.
Obiger Erkenntnis geschuldet tue ich manchmal genau das (und werde von hhh gern dafür kritisieren
. Und manchmal orakele ich sogar ein bisschen rum. Nicht unbegründet freilich, sondern mit Blick auf die Anzeichen von Veränderungen, die noch so vor sich hindümpeln und engagierte Menschen brauchen, ihnen zum Durchbruch zu verhelfen.
In unserem Beitrag zum Band Unter Piraten von Christoph Bieber und Claus Leggewie, schrieb ich – gemeinsam mit Daniel Constein:
“Die Chancen für eine deutlichere Hinwendung der Piraten zu den Commons stehen nicht schlecht. Einerseits ermöglicht die offene Programmdebatte praktisch jederzeit, eine Grundsatzdebatte anzustoßen. Andererseits verführt die anstehende Europawahl 2014 zu dem Gedanken, die Commons zum Kernbegriff eines europäischen Piratenprogramms zu entwickeln.” (hier geht’s zum Artikel, der erklärt, wie wir zu diesem Fazit kommen)
Bis zur Europawahl ist es noch ein Stück, aber die Piratenpartei Deutschland hat am 11.05.2013 schonmal den Wahlprogrammantrag WP138 (Modul 5 Arbeit und Soziales) schonmal mit 2/3 Mehrheit angenommen. (Quelle)
Darin enthalten:
Commons (Gemeingüter): Vorfahrt für Kooperation, Selbstorganisation und Gemeinsinn
Die Piraten setzen sich dafür ein, Den Rest des Beitrags lesen »
Von Silke Helfrich und Jakob Bauer
Wer Commons sagt, muss auf ein “He, was bitte?” gefasst sein. Hier gibt’s Inspiration für die Antwort.
Der Begriff bezeichnet kein Ding, sondern ein Beziehungssystem zwischen Menschen und Dingen, das auf die gemeinsame Nutzung oder Schaffung von all dem gerichtet, was niemandem allein gehören sollte. Wer Commons sagt, meint im Grunde einen ganz aktiven Prozess, der kommunikationsintensiv ist und die Beziehungen zwischen den Menschen prägt. Damit der Prozess, spielen Prinzipien wie ‘Balance zwischen Geben und Nehmen (indirekte Reziprozität), Freiwilligkeit statt Anordnung und Zwang, Fehlertoleranz, Solidarität, Kooperation und andere eine wichtige Rolle. Die gemeinschaftliche Nutzung oder das gemeinschaftliche Herstellen von Land, Wissen, Bohrmaschinen oder Häusern basiert auf selbstbestimmten Regeln.
Commons bezeichnet also nicht die Ressource selbst, sondern eine bestimmte Art des Umgangs von Menschen miteinander in der gemeinsamen Nutzung dieser Ressourcen und im gemeinschaffen (commoning). Hier geht es um drei große Fs: Fairness, Für(einander)sorge und Freiheit in einem. Das setzt Nachhaltigkeit voraus, als oder Biosphäre nicht mehr zu entnehmen als sie wieder reproduzieren kann, damit wir auch morgen noch gemeinschaffen können.
Man kann beispielsweise den Zugang zu sauberem Trinkwasser als Commons organisieren. In einem solchen Beziehungssystem könnte man sich eine Flasche Wasser kaufen, obwohl frisches Wasser aus dem nächsten Brunnen fließt. Aber man müsste sich keine Flasche Wasser kaufen, nur weil zur Ankurbelung der Flaschenwasser-Ökonomie an jedem Brunnen ein Schild hängt “Kein Trinkwasser” (obwohl es gewiss Trinkwasser ist). Oder weil es einfach keine Brunnen gibt, sondern nur eine Toilettenanlage für deren Benutzung mensch 1 € bezahlt und wo nur warmes Wasser aus der Leitung kommt, wie am Hauptbahnhof in Köln. So etwas bezeichnet man als Einhegung von Commons oder Enclosure. Kurz: Menschen von dem trennen, was sie zum Leben brauchen. Die Geschichte der Enclosures ist mindestens Tausend Jahre alt. Sie verlief in Schüben, oft gewaltsam und immer öfter mit parlamentarischem Segen. Begründungen für solche Einhegungen waren stehts kapitalmaximierungsorientiert. Heute im Gewand des Wachstums.
Frisches Trinkwasser aus dem Brunnen wäre deswegen aber nicht kostenlos, denn es verursacht Kosten und Anstrengung, Quelle und Brunnen zu pflegen. Und das muss organisiert werden. Der Zugang zum Trinkwasser würde in einem Commons-basierten Verteilungssystem aber nicht von den finanziellen Möglichkeiten des Durstigen abhängen, sondern von dessen Durst. Das ist der entscheidende Punkt. Bedürfnisorientierung! Die Frage, ob der Durstige das Trinkwasser auch in seiner Klospülung und zum Waschen seines Autos nutzen kann, hängt von vielen Faktoren ab und wird durch Regeln bestimmt, die von den Nutzern selbst vereinbart werden.
Im Deutschen wird Commons häufig mit Allmende übersetzt und nimmt Bezug auf die mittelalterliche Allmende. Die starke Assoziation des Begriffs Allmende mit der Vergangenheit sowie mit einer Wiese, auf der glückliche Kühe grasen, wird von manchen als irreführend empfunden. Ist es ja auch. Denn schließlich geht es um nicht weniger als unsere Lebensverhältnisse. Hier, heute und morgen. Deswegen nutzen wir auch im Deutschen lieber den Begriff Commons.
foto: Kein Trinkwasser von mueritz, Lizenz: CC BY SA
Ich werde ja immer gefragt: Wie kommen wir von hier nach da?
Also von da wo wir grad sind zu den Commons?
Jetzt weiß ich’s:
Nach Colchester fahren und dort in die 68 einsteigen
.
[1000 Dank an MB]
Derzeit bin ich viel in Europa unterwegs. Entweder im Zug oder am Rechner. Das gehört zum netzwerken. Am aktivsten ist die CommonsBewegung zweifellos in Italien. Da haben sie gerade eine “Verfassungsgebende Versammlung für Gemeingüter” diskutiert. Sic. Das traditionsreiche Teatro Valle in Rom, selbst als Commons reklamiert, war vollbesetzt. Auch die Franzosen sind recht gut aufgestellt. Dort scheint es zudem ein authentisches Interesse zu geben, Wissenschaft und gesellschaftliche Debatte miteinander zu verzahnen. Das ist alles andere als selbstverständlich. Soeben rede ich auf dieser Konferenz, die Teil des Forschungsprogramms ANR Propice ist, geleitet von dem Ökonomen Benjamin Coriat. Ende November hatten wir eine kurze Begegnung in Paris. Auch ein Commons-Event. Auch rappelvoll. Da erzählte er mir, dass die Internationale Commons-Konferenz, die wir 2010 in Berlin veranstalten hatten, von enormer Inspiration gewesen sei. “Seitdem haben wir zwanzig Papiere produziert.” In Wirklichkeit sind es fast 40. Und jetzt geht es darum, das zu diskutieren, zu reflektieren und zu verbreiten.
Kroatien hat eine interessante Szene (hier hatte ich mal ein Schlaglicht darauf geworfen) und in Deutschland ist Einiges los. Das sagt jedenfalls mein Kalender. Am interessantesten ist für mich, von wem die Einladungen kommen. Die Palette ist bunter geworden in den letzten Jahren. Die FDP war noch nicht dabei, auch die Christsozialen sind commons-träge, aber die Gewerkschaften werden offener, Veranstalter aus der wirtschaftsnahen Szene interessieren sich und selbst der Evangelische Kirchentag hat die Commons entDEKT, weshalb ich demnächst in einer ziemlich großen Kirche reden werde. Hui.
In Polen haben ein paar Hacker eine Embassy of the Commons ins Leben gerufen. Dass es Hacker sind, die jenseits der Computerwelt auf Commons als politisches Konzept setzen, finde ich bemerkenswert. Anderswo sind Hacker eher peripher beteiligt. Da habe ich immer den Eindruck: Wir brauchen sie, aber sie brauchen uns nicht. Petros, einer der polnischen Aktivisten, schreibt:
“The most amazing thing in the relationship of Polish social movements with the idea of The Commons (as defined by late Elinor Ostrom) is that it does not exist. At all. Even those, whose daily practice is in fact commoning, never refer to the concept. In Poland, The Commons, as a positive political project, simply doesn’t get through.”
Und das will er verändern, “for the benefit of Polish society.” Die guten Gründe dafür zählt er auf:
1. Der Commons-Diskurs ist positiv und inklusiv, überwindet eine Rhetorik der Konfrontation und des “gegen” und formuliert, was zu gewinnen ist.
2. Commons werden global gedacht, jenseits “politischer Folklore”. Der Commons-Diskurs ist in der Lage, ein Gegengewicht zum Markt-Staats-Diskurs zu schaffen, das gerade in Osteuropa so dringend gebraucht wird. Initiativen gäbe es überall, europaweit, weltweit. Sie würden oft klein gemacht, aber: “If we put our own initiatives in such a broad context, we are no more ‘unrealistic’.”
Und da es nicht angeht, einfach “fremde Ideen zu adoptieren”…
3. Es gibt auch eine polnische Perspektive auf Commons: “While real-soc (with significant success) struggled to wipe all traces of commons-related traditions in Poland, we still have a lot to contribute to the global commoning meme pool. Polish cooperatist thought (Edward Abramowski being one of it’s coryphes) [...] and – above all – XIX-XX century self-governance movements in Wielkopolsk facing the oppressive Preussian state – this is the wealth of threads we can add to the humanity-wide narrative of Commons.”
Stimmige Begründung und augenöffnend. Oder kannte von Euch jemand Abramowski und die Selbstverwaltungsbewegung in Wielkopolska? (Falls doch; links und Literaturhinweise gern in die Kommentare packen, ich will dem für das nächste Buch nachgehen.)
Das ist doch was: Eine Commons-Botschaft in Polen und Commons Botschaften überall. Es gibt viel zu lernen!
Jeden Morgen gibt’s in meiner Miniküche ein bisschen psyCommons. Wir flachsen, ich packe dem Kind ein Frühstück ein, obwohl es das natürlich längst selber machen könnte. Sie frotzelt über die Falten, die mich am Morgen besonders zieren. Wir reden über den Bruder, der gerade weit weg ist. “Los, los, ab in die Schule.” Kuss rechts, Kuss links. Dicke Umarmung. “Te quiero mucho preciosa”, ist stets mein letzter Satz. Sie antwortet auf Spanisch. Dieser Satz ist der einzige, der ihr vom Spanischen geblieben ist. Es ist unser Ritual. Wir genießen es, jeden Morgen. Es ist ein bisschen psyCommons.
Der britische Therapeut und ehemalige Dokumentarfilmer Denis Postle nutzt diesen Begriff und er gefällt mir. Zudem gefällt mir, wie er argumentiert. Auf Therapytoday.net schreibt Postle über den Reichtum der täglichen Beziehungen – und wie er schleichend eingehegt wird von den Psy-Berufen.
PsyCommons, das heißt formelhaft “gewöhnliche Weisheit” + “geteilte Macht”. Zitat:
“PsyCommons ist der Begriff für das Universum der Beziehung – der Beziehungen zwischen den Menschen – durch das wir in unserem Alltag navigieren. Er beschreibt die Meinungen, Vorurteile und besonders das Erfahrungslernen, das wir alle hervorbringen in unserer ganz spezifischen Weise des menschlichen Seins. Diese gewöhnlichen Fähigkeiten, die Sinn machen (‘commonsense capacities’) ‘psyCommons’ zu nennen ist ein Tribut an die vielfältigen Möglichkeiten,
Die erste Anmeldeetappe für unsere zweite Commons-Sommerschule ist vorbei, und wir freuen uns schon jetzt darauf, die großartige Gruppe, die sich da zusammenfindet, im thüringischen Bechstedt (rechts im Bild) begrüßen zu dürfen. Sieben Tage lernen, diskutieren, ausprobieren, auf- und wieder verwerfen, zuhören und gehört werden. Sieben Tage Commoning! Mitten in Deutschland.
Ein paar Plätze sind noch frei, deswegen hier eine kleine Ankündigung. Viel Werbung hat ja die Sommerschule nicht nötig, obwohl so jung an Jahren spricht sie für sich selbst.
Finde ich .
Besonders freuen wir uns über Menschen aus dem Bereich der digitalen und Wissenscommons.
Hier der link zur Anmeldung. Und hier zum Programm.
Ich freue mich besonders auf unsere externen Referent_innen zu den Themen: Geschichte der Commons, “Copyleft Saatgut”, Commonie als Gesellschaftsform, C3C – Cultural Commons Collecting Society und das Earth Forum.