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	<title>CommonsBlog &#187; Biodiversität</title>
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	<description>Fundsachen von der Allmendewiese</description>
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		<title>CommonsBlog &#187; Biodiversität</title>
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		<title>Saatgut ist die Software des Lebens</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Dec 2009 14:07:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silke Helfrich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kürzlich hatte ich Gelegenheit, ausführlich mit Oliver Willing zu sprechen. Willing ist Geschäftsführer der Zukunftsstiftung Landwirtschaft der GLS Treuhand. Dabei ging es nicht nur um die Arbeit der Zukunftstiftung (in die finanzielle Unterstützung des Bundes und nicht nur von privaten Spenderinnen und Spendern fließen müsste!), sondern wir versuchten, den Unterschied zwischen einem Verständnis von Saatgut [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=3381&subd=commonsblog&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img class="alignright" src="http://farm1.static.flickr.com/106/294152113_58e86345cd.jpg" alt="" width="219" height="176" />Kürzlich hatte ich Gelegenheit, ausführlich mit Oliver Willing zu sprechen. Willing ist Geschäftsführer der <a href="http://www.zs-l.de/" target="_blank">Zukunftsstiftung Landwirtschaft</a> der <a href="http://www.gls-treuhand.de/" target="_blank">GLS Treuhand</a>. Dabei ging es nicht nur um die Arbeit der Zukunftstiftung (in die finanzielle Unterstützung des Bundes und nicht nur von privaten Spenderinnen und Spendern fließen müsste!), sondern wir versuchten, den Unterschied zwischen einem Verständnis von<strong> Saatgut als Ware vs. Saatgut als Gemeingut</strong> zu fassen. Denn derzeit wird &#8230;</p>
<blockquote><p><em>„Saatgut zunehmend als reines Wirtschaftsgut betrachtet und damit zum Rohstoff der Biotechnologie und der Börse.“</em></p></blockquote>
<p>Dabei ist <strong>Saatgut die Software des Lebens. </strong>Saatgut birgt den Code unserer Lebensmittel, der (wie digitaler Code) gepflegt und weiterentwickelt werden muss.</p>
<blockquote><p><em>„Saatgutvielfalt gehört zu den wichtigsten und ältesten Kulturgütern der Menschheit, älter als die Pyramiden von Gizeh und der Kölner Dom“</em>,</p></blockquote>
<p>sagt Willing. Doch diese Vielfalt teilt das Schicksal der Allmende. Denn erst wenn sie schwindet, &#8230;<span id="more-3381"></span> wird deutlich, wie sehr sie unsere Lebensqualität bestimmt.</p>
<p>Drei Herausforderungen kennzeichnen die aktuellen Auseinandersetzungen im Saatgutbereiche: rasante Konzentrationsprozesse, Patentierung und das Einschränken der Fruchtbarkeit des Saatguts durch Gentechnik oder Hybridisierung. Der Begriff <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hybride" target="_blank">Hybride</a> bezeichnet Nachkommen von Inzuchtlinien, deren Eigenschaften nicht an die nächste Generation weitergegeben werden. Hybride sind zwar teilweise noch fruchtbar, aber nicht samenfest, das heißt Eigenschaften und Gestalt der Elternpflanze erhalten sich nicht. Damit ist ihr Nachbau wirtschaftlich uninteressant.</p>
<p>Die Folgen: Verlust der Vielfalt von Kulturpflanzen, Verlust des Wissens, der Kulturen und Techniken, die mit der Saatgutpflege verbunden sind, Abhängigkeit und Entdemokratisierung der Saatgutnutzung und -zucht.</p>
<ul>
<li>Vor 30 Jahren gab es weltweit ca 	7.000 Saatgutfirmen. (eed 3/2006) Keine davon hatte einen 	Weltmarktanteil von über 1 %.</li>
<li>2004 kontrollierten 10 Konzerne 	fast 50 %, 2007 schon 67% des weltweiten Saatgutmarktes. 	(<span style="text-decoration:underline;">www.etcgroup.org</span>)</li>
<li>In den letzten 100 Jahren betrug 	der Sortenverlust bei Kulturpflanzen über 75%. (FAO, 1997)</li>
<li>Die fruchtbaren, nachbaufähigen 	(= samenfesten) Sorten nehmen in der Europäischen Sortenliste 	stetig ab.</li>
</ul>
<p>Züchtung ist aufwändig und teuer. „Eine Sorte kostet 60 bis 80 Tausend Euro über eine Entwicklungszeit von etwa 10 Jahren“, weiß Willing. Doch entweder gehen Steuermittel in die Gentechnikforschung oder die Saatgutentwicklung wird dem Markt überlassen. Wird Saatgut aber als Wirtschaftsgut betrachtet, führt die Dynamik des Marktes letztlich dazu, dass viele Firmen Abertausende Hektar mit ihren Sorten bestücken. Regionale Sorten &#8222;rechnen sich nicht&#8220;. Sie sind nicht großflächig vermarktbar.</p>
<p>Saatgut hingegen als Gemeingut zu verstehen, würde die Züchtung regional angepasster Sorten mit guten agronomischen Eigenschaften privilegieren. Im Ergebnis blieben auch <strong>Vielfalt</strong> und <strong>Selbstbestimmung</strong> erhalten. Deshalb ist es entscheidend, dass <strong>Saatgutzucht zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe</strong> wird.</p>
<blockquote><p>&#8222;<em>Wir wollen gesunde Lebensmittel und ökologischen Landbau, dann müssen wir dafür auch die Basis, das Saatgut, erhalten</em>“, argumentiert Oliver Willing.</p></blockquote>
<p>Die Zukunftsstiftung Landwirtschaft der GLS Treuhand unterstützt seit 1996 sechs Getreidezüchtungs- sowie über 20 Gemüsesaatgutprojekte. Es geht um <strong>Regionalität, um freie Kooperation und um die Verfügbarkeit des Wissens durch Austausch von Saatgut und Kenntnissen</strong>. Und es geht um <strong>Exzellenz</strong> in Qualität und Geschmack. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Der Schweizer Biozüchter<a href="http://gz.peter-kunz.ch/" target="_blank"> Peter Kunz</a>, der von der Zukunftsstiftung gefördert wird, bietet Sorten mit 99% Stinkbrand-Resistenz an. Biozüchter <a href="http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/unser-land/landwirtschaft-biolandbau-biosaatgut-ID1221123544201.xml" target="_blank">Dieter Bauer</a> konnte 1999 beim Bundesortenamt erstmals eine Möhrensorte anmelden (<a href="http://www.kultursaat.org/pdf/rodelika.pdf" target="_blank">Rodelika</a>), die „Geschmack“ als Unterscheidungsmerkmal aufwies. Bis dato galt der Geschmack nicht als explizites  Zuchtziel.</p>
<p><strong>Saatgut als Gemeingut erhalten, heißt:</strong></p>
<ul>
<li>Informationen über Züchtungsziele 	und -verfahren offen legen (<a href="http://www.open-access.net/" target="_blank">Open Access</a>)</li>
<li>Fruchtbarkeit und damit 	Nachbaufähigkeit erhalten, um Weiterentwicklung und regionale 	Anpassung zu sichern</li>
<li>Züchtung, Forschung und 	Entwicklung gemeinschaftlich und öffentlich finanzieren</li>
<li>freier Austausch statt 	Abhängigkeit durch Nachkaufzwang</li>
<li>Sorten so schützen, dass freie 	Verfügbarkeit und Nachbaufähigkeit erhalten bleiben</li>
</ul>
<p>Den Weg dorthin weist unter anderem der <a href="http://www.saatgutfonds.de/saatgutfonds/" target="_blank">Saatgutfonds</a>, den jeder Einzelne jederzeit unterstützen kann.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</p>
<p>Mehr zum Thema <a href="http://blogs.taz.de/saveourseeds/2009/05/11/neues_vom_saatgut-bunker/" target="_blank">hier</a> auf dem tazblog, beim<a href="http://www.farmblogger.de/" target="_blank"> farmblogger</a> und auf dem <a href="http://blog.fczb.de/?p=95" target="_blank">FCZ-Blog</a>; &#8222;<a href="http://www.kartoffelvielfalt.de/" target="_blank">Linda</a> und das GNU&#8220;. Dort heißt es:</p>
<p><em>&#8222;Mit den Lizenzen von Software verhält es sich ganz ähnlich wie mit Linda und den anderen Kartoffeln.&#8220; </em>Stimmt! Lesen Sie auf dem FCZ-Blog warum<em>.</em></p>
<p>Auf dem Commonsblog: <a href="http://commonsblog.wordpress.com/2009/07/24/saatgut-ist-software/" target="_blank">Saatgut ist Software</a>.</p>
<pre>Foto: by <a href="http://www.flickr.com/photos/dawnzy/" target="_blank">dawnzy58</a> Lizenz: CC, BY</pre>
Posted in Biodiversität, Commons, Commons based Economy, Eigentum, Gene, Globale Gemeinressourcen, Internet&amp;Software Tagged: Gemeingut, Hybride, Markt, Patentierung, Saatgut, Samenfestigkeit, Software, Züchtung, Zukunftsstiftung Landwirtschaft <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/commonsblog.wordpress.com/3381/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/commonsblog.wordpress.com/3381/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/commonsblog.wordpress.com/3381/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/commonsblog.wordpress.com/3381/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/commonsblog.wordpress.com/3381/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/commonsblog.wordpress.com/3381/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/commonsblog.wordpress.com/3381/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/commonsblog.wordpress.com/3381/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/commonsblog.wordpress.com/3381/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/commonsblog.wordpress.com/3381/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=3381&subd=commonsblog&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Kurt Stübers &#8222;BioLib&#8220;</title>
		<link>http://commonsblog.wordpress.com/2009/11/26/kurt-stubers-biolib/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Nov 2009 20:25:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob B.</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kurt Stüber vom MPI für Züchtungsforschung in Köln hat haufenweise alte wissenschaftliche Bücher eingescannt, zum Beispiel solche von Charles Darwin, Ernst Haeckel, Gregor Mendel, Alexander von Humboldt und Jean-Baptiste de Lamarck. Seine virtuelle BioLib ist ein wunderbares Beispiel, wie ein kulturelles Gemeingut öffentlich verfügbar gemacht werden kann. Man kann nur hoffen, dass Stübers Aktivitäten öffentlich gefördert [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=3253&subd=commonsblog&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><a href="http://www.biolib.de/"><img class="alignright size-full wp-image-3259" title="Stüber" src="http://commonsblog.files.wordpress.com/2009/11/stuber1.jpg?w=263&#038;h=358" alt="" width="263" height="358" /></a>Kurt Stüber vom MPI für Züchtungsforschung in Köln hat haufenweise alte wissenschaftliche Bücher eingescannt, zum Beispiel solche von Charles Darwin, Ernst Haeckel, Gregor Mendel, Alexander von Humboldt und Jean-Baptiste de Lamarck. Seine virtuelle <a href="http://www.biolib.de/" target="_blank">BioLib</a> ist ein wunderbares Beispiel, wie ein kulturelles Gemeingut öffentlich verfügbar gemacht werden kann. Man kann nur hoffen, dass Stübers Aktivitäten öffentlich gefördert und weiter ausgeweitet werden. Eine wunderbare Ressource! Viele der Bücher sind <a href="http://caliban.mpiz-koeln.mpg.de/library/pdf_index_de.html" target="_blank">hier </a>auch als pdf Files zugänglich. Schade, dass die Seite durch den Satz &#8222;<em>© Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V., Munich. All rights reserved.&#8220; </em> geziert wird, was ja nun wahrlich nicht erforderlich wäre &#8211; oder was will die MPG hier schützen?</p>
<p>Für mich ist diese schöne Internetseite ein Grund mehr, die <a href="https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=7922" target="_blank">Petition von Lars Fischer</a> <em>Wissenschaft und Forschung &#8211; Kostenloser Erwerb wissenschaftlicher Publikationen</em> zu unterstützen.</p>
Posted in Beispiele für Commons, Biodiversität, Kunst&amp;Kultur, Wissen Tagged: Alexander von Humboldt, Charles Darwin, Evolution, Genetik, Gregor Mendel, Illustrationen, Jean-Baptiste de Lamarck, Lamarck, Systematik <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/commonsblog.wordpress.com/3253/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/commonsblog.wordpress.com/3253/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/commonsblog.wordpress.com/3253/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/commonsblog.wordpress.com/3253/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/commonsblog.wordpress.com/3253/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/commonsblog.wordpress.com/3253/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/commonsblog.wordpress.com/3253/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/commonsblog.wordpress.com/3253/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/commonsblog.wordpress.com/3253/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/commonsblog.wordpress.com/3253/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=3253&subd=commonsblog&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Monsanto: von Drehtüren und Werkzeugen die keine sind</title>
		<link>http://commonsblog.wordpress.com/2009/11/05/monsanto-von-drehturen-und-werkzeugen-die-keine-sind/</link>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 13:57:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silke Helfrich</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Michael Grolm, der Thüringer Imker der für seine Überzeugungen ins Gefängnis geht, sagt Sätze die jeder versteht. Etwa:
&#8222;Der ehemalige Monsanto-Chef spricht davon, dass die Gentechnik ein Werkzeug sei. Nicht gut und nicht schlecht. Eben ein Werkzeug. Aber ein Werkzeug ist so etwas wie ein Hammer oder eine Schere. Die kann ich benutzen, um etwas zu [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=3131&subd=commonsblog&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><a href="http://www.schlossimkerei-tonndorf.de/" target="_blank"><img class="alignright" src="http://de.indymedia.org/icon/2009/08/259393.jpg" alt="" width="125" height="174" />Michael Grolm</a>, der Thüringer Imker <a href="http://www.epd.de/ost/ost_index_69340.html" target="_blank">der für seine Überzeugungen ins Gefängnis geht</a>, sagt Sätze die jeder versteht. Etwa:</p>
<blockquote><p>&#8222;<em>Der ehemalige Monsanto-Chef spricht davon, dass die Gentechnik ein Werkzeug sei. Nicht gut und nicht schlecht. Eben ein Werkzeug. Aber ein Werkzeug ist so etwas wie ein Hammer oder eine Schere. Die kann ich benutzen, um etwas zu tun. Doch diese Technologie benutzt uns! Sie macht etwas mit uns, nicht wir mit ihr.</em>&#8222;</p></blockquote>
<p>Gestern Abend habe ich für <a href="http://www.inkota.de/" target="_blank">INKOTA</a> an einer <a href="http://www.jenapolis.de/35961/filmfestival-uebermacht-im-kubus-heute-monsanto-mit-gift-und-genen/" target="_blank">Diskussionsveranstaltung</a> zum <a href="http://diegesellschafter.de/uebermacht/festival.php" target="_blank">überMacht-Film-Festival </a>teilgenommen. Ich komme spät. Öffne die Tür. Der Saal des <a href="http://www.kubus.jena.de/neu/index.html" target="_blank">KuBus</a> ist voll. Man muss wissen: <span id="more-3131"></span>Der KuBus hat gerade eröffnet &#8211; inmitten des Jenaer Neubaugebietes Lobeda-West. Und das Thema bietet eher das Gegenteil von &#8222;Guter Unterhaltung&#8220;.</p>
<p>Es ging um Grüne Gentechnik. Also die Manipulation des Lebens im Labor und deren Freisetzung in natürliche Ökosysteme. Genauer noch: Es ging um die Strategien <a href="http://www.monsanto.de/" target="_blank">des größten Pestizid- und Saatgutkonzerns der Welt</a> (Monsanto), mit der Kontrolle über das Saatgut auch die Kontrolle über die Menschen zu gewinnen.</p>
<blockquote><p>&#8222;<em>Saatgut und Lebensmittel zu kontrollieren ist wirksamer als eine Bombe</em>&#8222;,</p></blockquote>
<p>sagt die indische Physikerin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vandana_Shiva" target="_blank">Vandana Shiva</a>, die immer bildmächtig spricht.</p>
<p>Vom ehemaligen <a href="http://www.nndb.com/people/194/000130801/" target="_blank">Monsanto-Chef Robert Shapiro</a>, der den Konzern ins Biotechzeitalter geführt hat, gibt es ein Video. Und dort sagt er den Werkzeug-Satz. Ich würde Grolm korrigieren. Die Gentechnik in der Landwirtschaft ist schon ein Werkzeug &#8211; allerdings nicht für uns, sondern für Menschen wie Shapiro. Das Problem ist, dass diese Menschen sehr viel Macht haben. Und sie wissen, dass der Zugriff auf Gemeingüter (wie Land, Saatgut, Wasser&#8230;) immer mehr Macht verleiht. In diesem Fall: Marktmacht über den Saatgut-, Pestizid- und schließlich den weltweiten Lebensmittelmarkt.</p>
<p>Wie das Werkzeug zum Einsatz kommt, das zeigt in einem 100 Minuten Epos der Film <strong>&#8222;Monsanto &#8211; Mit Gift und Genen</strong>&#8220; von Marie Monique Robin. 4 Jahre ist Robin durch die halbe Welt gereist. Nun weist sich nach, wie der Hammer um sich schlägt und seit Jahrzehnten die Menschen in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anniston_(Alabama)" target="_blank">Anniston</a> krank macht und umbringt, wie er den Bauern in Mexiko, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Monsanto#Farmer_suicides" target="_blank">Indien</a> und Paraguay die Existenzgrundlage nimmt, die Kinder dort vergiftet, wie er Bauern in den USA den Schlaf raubt und unzählige Wissenschaftler weltweit mundtot macht. Die Behörden machen sich zum Helfershelfer. Die Politik duldet, schaut weg oder reagiert.</p>
<p>Die Dokumentation von Robin, kritisiert Imker Grolm, habe etwas &#8222;erschlagendes&#8220;. Als seien alle Messen schon gelesen, als könne man nichts mehr tun gegen &#8222;die grünen Wüsten&#8220; und monokulturalisierte  Landschaften, in denen &#8222;keiner mehr spazieren gehen will&#8220;. Oder gegen den Skandal, dass profitorientierte Unternehmen die Gesetze schreiben. Das ist zwar auch nichts Neues, war aber noch nie eine gute Idee. Beim Gesetzeschreiben sind die berühmten &#8222;Drehtüren&#8220; behilflich, die<strong> <em>revolving doors</em></strong>. Konzernmitarbeiter wechselt ins Ministerium, Ministeriumsmitarbeiter in den Konzern, Aufsichtsratsmitglied in die Regierung, Regierungsmitglied in den Aufsichtsrat. Es gibt Fälle, wie jenen von <strong>Michal R. Taylor</strong>, da gelingt dieser Wechsel mehrfach hin und her.</p>
<blockquote><p>&#8222;Michael R. Taylor was an assistant to the <a title="Food and Drug Administration" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Food_and_Drug_Administration">Food and Drug Administration</a> (FDA) commissioner before he left to work for a law firm on gaining FDA approval of Monsanto’s artificial growth hormone in the 1980s. Taylor then became deputy commissioner of the FDA from 1991 to 1994.&#8220;</p></blockquote>
<p>Das erfahre ich im Film. Die Journalistin Robin telefoniert mit Taylor. &#8222;Ob er keinen Interessenskonflikt sehe?&#8220; &#8222;Neeeein&#8220;!</p>
<p>Ein Blick in die Wikipedia ergänzt die Geschichte: Taylor wurde vor drei Monaten von Obama <a href="http://www.counterpunch.org/kenfield08142009.html" target="_blank">zurück in die FDA geholt</a>. Die FDA ist u.a. für die Zulassung und Kontrolle von Verfahren und Produkten im Landwirtschafts- und Lebensmittelbereich zuständig. Sie prüft die Werkzeuge von Monsanto auf Unschädlichkeit für  Mensch und Natur. Sollte sie zumindest.</p>
<p>&#8222;Drehtüren&#8220; gibt&#8217;s nicht nur in Amerika. <span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://commonsblog.wordpress.com/2009/11/05/monsanto-von-drehturen-und-werkzeugen-die-keine-sind/"><img src="http://img.youtube.com/vi/KFM8QDyubHA/2.jpg" alt="" /></a></span> Und <a href="http://www.dondahlmann.de/?p=376" target="_blank">diktierte Gesetzbücher</a> nicht nur in der Grünen Gentechnik. Beim Blick auf die aktuelle <a href="http://www.boelw.de/pm+M54249d42669.html" target="_blank">Pressemitteilung des Bundes für Ökologische Lebensmittelwirtschaft</a> etwa frag&#8217; ich mich, wie die <a href="http://www.basf.com/group/corporate/de/index" target="_blank">BASF</a>-Gen-Kartoffel &#8222;Amflora&#8220; es in dieser Konkretheit <a href="http://uebermonsanto.wordpress.com/2009/10/27/koalitionsvertrag-gepragt-durch-gentechniklobby/" target="_blank">ins Koalitionspapier</a> geschafft hat.</p>
<p>Grolm hat etwas gegen das Entwaffnende des Films. Ich hingegen finde den Film eher entwaffnend überzeugend. Zudem erscheint mir der energische Bauer alles andere als entwaffnet. Er tut etwas. Und wirkt dabei kohärent bis zur Hutspitze. Mit seinen <strong><a href="http://www.gendreck-weg.de/?id=22&amp;lg=de" target="_blank">Freiwilligen Feldbefreiungsaktionen</a> </strong>zum Beispiel, der Begriff ist angelehnt an die Freiwillige Feuerwehr: &#8222;Die kommt auch wenn&#8217;s brennt.&#8220;.</p>
<p>Der Imker will den Saal nicht verlassen, bevor sich nicht jemand bereit erklärt, auch etwas konkretes zu tun. Etwa eine Gruppe zu gründen, die darauf aufmerksam macht, dass in Jenas Laboren und Gewächshäusern die Saat aufgeht, die das Potential hat, der Biodiversität den Garaus zu machen.</p>
<p><a href="http://blogs.taz.de/saveourseeds/2009/02/11/189/" target="_blank">Hier</a> eine lesenswerte Rezension des Buchs zum Film sowie der Bericht von A.Lorch und Ch.Then: <a href="http://commonsblog.files.wordpress.com/2009/11/232887-kontrolle_oder_kollaboration_agrogentech.pdf">Agrogentechnik und die Rolle der Behörden.</a></p>
<blockquote><p>&#8222;<em>Während PolitikerInnen in Parlamenten und Regierungen kamen und gingen, herrschte in den Behörden, die für die Überwachung der Agro-Gentechnik zuständig waren und sind, über Jahrzehnte hinweg eine weitgehende personelle Kontinuität. &#8230; Die so über die Jahre gewachsenen Seilschaften und Netzwerke sind der Politik oft nicht nur einen Schritt voraus, sondern die betreffenden Experten versuchen in einigen Fällen sogar, politische Entscheidungen aktiv zu unterlaufen bzw. vorwegzunehmen. Es entsteht der Eindruck, dass hier eine Art Parallel-Struktur entstanden ist, die der politischen Kontrolle zunehmend zu entgleiten droht.&#8220;</em></p></blockquote>
<p>Und hier zum Reinschauen: <span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://commonsblog.wordpress.com/2009/11/05/monsanto-von-drehturen-und-werkzeugen-die-keine-sind/"><img src="http://img.youtube.com/vi/7gyThpKbQII/2.jpg" alt="" /></a></span></p>
<p>Nicht verpassen! Das Filmfestival läuft noch.</p>
<p>foto <a href="http://de.indymedia.org/2009/08/259392.shtml" target="_blank">by</a> Lizenz: CC: by, nc, sa</p>
Posted in Biodiversität, Demokratie, Grundsatzfragen, Land, Ressourcenkonflikte, Veranstaltungen Tagged: Biodiversität, Demokratie, Gemeingüter, Gentechnik, Inkota, Jena, Marie Monique Robin, Michael Grolm, Michael R.Taylor, Monsanto, revolving doors, Saatgut, ueberMacht <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/commonsblog.wordpress.com/3131/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/commonsblog.wordpress.com/3131/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/commonsblog.wordpress.com/3131/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/commonsblog.wordpress.com/3131/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/commonsblog.wordpress.com/3131/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/commonsblog.wordpress.com/3131/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/commonsblog.wordpress.com/3131/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/commonsblog.wordpress.com/3131/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/commonsblog.wordpress.com/3131/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/commonsblog.wordpress.com/3131/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=3131&subd=commonsblog&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>&#8222;Umwelt-Auftragsmörder&#8220; oder Kein Strand für alle</title>
		<link>http://commonsblog.wordpress.com/2009/10/25/umwelt-auftragsmorder-oder-kein-strand-fur-alle/</link>
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		<pubDate>Sun, 25 Oct 2009 19:23:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silke Helfrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Biodiversität]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Eigentum]]></category>
		<category><![CDATA[Globale Gemeinressourcen]]></category>
		<category><![CDATA[Grundsatzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Ressourcenkonflikte]]></category>

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		<description><![CDATA[Zur Rolle des Staates in der Gemeingüterdebatte wird noch viel zu diskutieren sein. Hier anders als anderswo. Oft wird der Staat als trustee der Gemeingüter herbeigewünscht. Das scheint nicht unlogisch: Wen anders &#8211; wenn nicht demokratische Institutionen &#8211; sollte man mit der Verwaltung von Dingen beauftragen, die nicht auf lokaler Ebene in den Griff zu [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=3085&subd=commonsblog&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img class="alignright" src="http://farm1.static.flickr.com/77/157425290_e02fac554d.jpg" alt="" width="235" height="155" />Zur Rolle des Staates in der Gemeingüterdebatte wird noch viel zu diskutieren sein. Hier anders als anderswo. Oft wird der Staat als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Treuhand" target="_blank"><em>trustee</em></a> der Gemeingüter herbeigewünscht. Das scheint nicht unlogisch: Wen anders &#8211; wenn nicht demokratische Institutionen &#8211; sollte man mit der Verwaltung von Dingen beauftragen, die nicht auf lokaler Ebene in den Griff zu kriegen  sind? Küstenstreifen zum Beispiel. Hier ist Staat als <em>trustee</em> mitten in  Europa noch einigermaßen vorstellbar, wenngleich es nicht immer vernünftig oder effizient erscheint, an den Staat zu delegieren &#8230; . Aber anderswo ist es anders.  In <a href="http://www.ila-web.de/aktuelles/letzteausgabe.htm" target="_blank">ihrer Oktoberausgabe</a> hat die ILA einen <a href="../files/2009/10/24-guerrero-23-09-09.pdf">Artikel </a>veröffentlicht, der schlagartig klar macht, warum mir das Wort <em>Rechts-Staat</em> beim Gedanken an Mexiko immer genau in der Mitte im Hals stecken bleibt.<span id="more-3085"></span></p>
<blockquote><p>&#8222;<em>Mexiko  verfügt über insgesamt 11500 Kilometer Küstenstreifen. Die Küsten sind Eigentum der Nation, <strong>die Strände per Gesetz allen frei zugänglich – theoretisch</strong>. Schon seit vielen Jahren gibt es eine schleichende Privatisierung der begehrtesten Flecken am Meer. &#8230; Manchmal sind es exklusive Hotels &#8230;. Manchmal auch sogenannte Bauentwicklungsgesellschaften. &#8230;Wenn das Recht dabei im Weg steht, wird es gebeugt oder einfach missachtet. Ein konkretes Beispiel aus dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Guerrero_(Mexiko)" target="_blank">Bundesstaat Guerrero</a>. &#8230;<br />
</em></p></blockquote>
<blockquote><p><em> Ein Fall von vielen im Bundesstaat und wohl von hunderten im ganzen Land.&#8220;</em></p></blockquote>
<p>Es ist die Geschichte eines engagierten Umweltbeauftragten, der seine Arbeit macht. Er geht den Anzeigen von Umweltschützern gegen ein Tourismusprojekt des <em>Unternehmens „Bungalows Playa Azul“</em> nach und stellt fest: <em><br />
</em></p>
<blockquote><p><em>&#8222;Fehlende Baugenehmigung  geschweige denn eine Umweltverträglichkeitsprüfung, zweifelhafte Grundstückspapiere, zerstörte Ufervegetation, illegale Auffüllung von Teilen der Lagune, keine Planung für eine Kanalisation, Invasion und damit illegale Aneignung von Eigentum der Nation. Die Liste ist lang, die Bauträger haben kaum eine Gesetzesübertretung ausgelassen.&#8220;<br />
</em></p></blockquote>
<p>Doch kurz darauf nimmt die Angelegenheit eine überraschende Wendung.<em> </em></p>
<blockquote><p>&#8222;<em>Die Anwälte des verklagen den Umweltbeauftragten auf „Hausfriedensbruch“  und „unangemessene Ausübung von Funktionen  &#8230; Umgehend wird ein Disziplinarverfahren gegen Lozano eingeleitet. Bereits im Januar 2009 kommen die Kontrolleure zu dem Schluss, mit dem Besuch in situ habe der Beauftragte seine Kompetenzen schwerwiegend überschritten und müsse abgesetzt werden. Der Grund: „Amtsmissbrauch“ &#8230;Im Mai 2009 erlässt ein Richter in Acapulco Haftbefehl gegen Lozano. </em>(den Umweltbeauftragten &#8211; S.H.)<em> Die knappe Begründung ist fast schon surreal: &#8216;Vergehen gegen die Justizanwendung&#8217;.</em></p></blockquote>
<blockquote><p><em>Lozano wird nicht müde, auf das Beispielhafte seines Falles zu verweisen. <strong>Im ganzen Land sei &#8216;Schritt für Schritt&#8217; eine illegale private Aneignung von Küsten und sogar einzelnen Inseln zu verzeichnen. Mangrovenwälder, Lagunen als Süßwasserreservoire, die biologische Vielfalt der Küstenstreifen</strong> allgemein blieben im Rahmen von Bauvorhaben auf der Strecke. <strong>„Hier wird ein Erbe der Nation zerstört.“ </strong>&#8216;Notare, örtliche Behörden, die untätige Nationale Wasserkommission CNA, ein Richter mit seinem Stempel, alle spielen mit&#8217;. Lozano nennt diese Verantwortlichen „Umwelt-Auftragsmörder&#8217;. </em></p></blockquote>
<p>Am Ende des Beitrags steht dieser Satz :</p>
<p style="padding-left:30px;"><em>&#8222;Ein besser organisiertes Netzwerk von Umweltbewegungen könne auf Dauer vielleicht doch etwas gegen die &#8216;Tragödie der Gemeingüter&#8217; bewirken, hofft er</em>.&#8220; (Lozano)</p>
<p>Dabei erzählt die ganze Geschichte nicht ein Sterbenswort von der angeblichen Tragik der Gemeingüter (Tragödie ist ein literarisches Genre und nicht die Übersetzung der hier gemeinten &#8222;tragedy&#8220;). Vielmehr beschreibt sie die Tragik des mexikanischen Staates. Armes Mexiko!</p>
<p>Foto: by</p>
Posted in Biodiversität, Demokratie, Eigentum, Globale Gemeinressourcen, Grundsatzfragen, Ressourcenkonflikte  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/commonsblog.wordpress.com/3085/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/commonsblog.wordpress.com/3085/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/commonsblog.wordpress.com/3085/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/commonsblog.wordpress.com/3085/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/commonsblog.wordpress.com/3085/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/commonsblog.wordpress.com/3085/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/commonsblog.wordpress.com/3085/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/commonsblog.wordpress.com/3085/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/commonsblog.wordpress.com/3085/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/commonsblog.wordpress.com/3085/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=3085&subd=commonsblog&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Silke Helfrich</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Bürgermedizin: Revolution oder &#8222;Verrat am Fleisch&#8220;?</title>
		<link>http://commonsblog.wordpress.com/2009/09/21/burgermedizin-revolution-oder-verrat-am-fleisch/</link>
		<comments>http://commonsblog.wordpress.com/2009/09/21/burgermedizin-revolution-oder-verrat-am-fleisch/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2009 12:41:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silke Helfrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Biodiversität]]></category>
		<category><![CDATA[Grundsatzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Technologien]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgermedizin]]></category>
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		<category><![CDATA[Biotechnologie]]></category>
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		<category><![CDATA[Human Microbiom Project]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
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		<description><![CDATA[Im Commonwealth Club of California hatte Tim O&#8217;Reilly am 28. Juli prominente Gäste: Jimmy Wales, John Wilbanks und Stephen Friend diskutierten über die Chancen der &#8222;Bürgerwissenschaft&#8222;. Nein, das ist nicht so langweilig wie die Mimik der Herren  

Voraussetzung dafür, dass die Menschen die Medizin(ische Forschung) revolutionieren, ist &#8211; Ex-Merck Vizepräsident Stephen Friend sagt es [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=2899&subd=commonsblog&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Im<a href="http://www.commonwealthclub.org/" target="_blank"> Commonwealth Club of California</a> hatte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tim_O%E2%80%99Reilly" target="_blank">Tim O&#8217;Reilly</a> am 28. Juli prominente Gäste: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jimmy_Wales" target="_blank">Jimmy Wales</a>, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/John_Wilbanks" target="_blank">John Wilbanks</a> und<a href="http://www.bio-itworld.com/2009/05/28/friend-interview.html" target="_blank"> Stephen Friend</a> diskutierten über die Chancen der <strong>&#8222;Bürgerwissenschaft</strong>&#8222;. Nein, das ist nicht so langweilig wie die Mimik der Herren <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://commonsblog.wordpress.com/2009/09/21/burgermedizin-revolution-oder-verrat-am-fleisch/"><img src="http://img.youtube.com/vi/AAA2lwGaxC8/2.jpg" alt="" /></a></span></p>
<p>Voraussetzung dafür, dass die<strong> Menschen die Medizin(ische Forschung) revolutionieren</strong>, ist &#8211; <a href="http://www.bio-itworld.com/2009/05/28/friend-interview.html" target="_blank">Ex-Merck Vizepräsident</a> Stephen Friend sagt es klar-: die massive Übergabe bzw. Sammlung unserer biologisch-genetischen und Patientendaten. Freiwillig und mit Begeisterung, weil wir &#8222;wissen wollen was ist&#8220;.</p>
<p>Etwa so, wie sich <a href="http://petdiabetes.wikia.com/wiki/Main_Page" target="_blank">hier</a> Hunde- und Katzenbesitzer über jedes Detail der Krankengeschichte ihrer Vierbeiner austauschen &#8230; <span id="more-2899"></span><!--more-->um sich selbst zu helfen. Lobbygrouppen, die sich über neue soziale Spaltungen oder Datenschutz Gedanken machen, werden schon in den kommenden 3 Jahren den Kürzeren ziehen, prophezeit Stephen.</p>
<p>Wilbanks bezieht sich auf zwei Formen, Wissenschaft von unten zu erobern: Bürger könnten z.B. Wissen aus einzelnen Fachgebieten zusammenstellen und auf <a href="http://www.doaj.org/doaj?cpid=24&amp;func=subject" target="_blank">open access Wissenschaftsjournale </a>verlinken. Paradebeispiel Wikipedia. So wird das sonst unentwirr- und unverstehbare fachchinesische Dickicht zugänglich und billig wäre diese Art der Informationsaufbereitung zudem.</p>
<p>Eine &#8222;extremere Form&#8220;, so Wilbanks, sei etwa das <a href="Oder das Leute ihr eigens mikrobiologische Profil anlegen. " target="_blank">Human Microbiom Project</a>. Leute tragen ihre mikrobiologischen Daten selbst zusammen oder erstellen eine Art <strong>mikrobiologisches Mapping</strong> jeglicher Oberfläche in ihrer Umgebung. Auch billig. Nur: Was geschieht dann mit dem Ergebnis?</p>
<ul>
<li> Darf die freie Verfügbarkeit unserer intimsten Daten zur Voraussetzung für die Demokratisierung der medizinischen Forschung werden?</li>
<li> Welche Nutzungs- und Verwertungsrechte erhalten Firmen an den so entstandenen Gigadatenbanken und preiswert sequenzierbaren Genen?</li>
<li>Welchen Preis zahlt die Gesellschaft dafür, dass jede/r Einzelne ein legitimes Interesse an &#8222;<a href="http://www.fair-news.de/news/Personalisierte+Medizin+wird+intelligentere+Medikamente+hervorbringen/27004.html" target="_blank">personalisierten&#8220; Medikamenten </a>und &#8222;optimierter Verwertung&#8220; seiner individuellen Daten hat? Den <strong>auf mikrobilogischer Ebene gläsernen Bürger</strong>? Dagegen jedenfalls erscheinen aktuelle Datenschutzdebatten mikro-winzig.</li>
</ul>
<p>Der junge französische Philosoph und Autor <a href="http://www.zeit.de/2005/41/Camille_de_Toledo" target="_blank">Camille de Toledo </a>nannte es &#8222;einen Verrat am Fleisch&#8220;, <strong>dass unser Körper ein Körper für das Kapital wird</strong>, einfach nur dadurch, dass &#8230; er sich in Daten und Zahlen umwandeln lässt&#8220; (<a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/buechermarkt/1036225/" target="_blank">via</a>) Toledo stellte &#8211; so der Deutschlandfunk am vergangenen Wochenende &#8211; die These auf, dass derzeit &#8222;der soziale Körper genauso schnell verwertet wird wie das Geld&#8220;.</p>
<p>Der Körper aber ist gewissermaßen einer der physischen Träger unserer bio-genetischen Gemeingüter. So wie sich planzengenetische Information und damit Diversität in verschiedene Baumarten einschreibt, sind wir selbst das (letzte) Refugium human-genetischer Vielfalt. Und genau dieses zunehmend der Verwertung auf den Kapitalmärkten unterzogen &#8211; die Zerlegung in Datenpakete, die Entschlüsselung der Geheimnisse des Lebens durch neue Technologien macht es möglich. So wie sie Heilung möglich macht. Oder sind letztlich die &#8222;wolkigen Verheißungen medizinischen Fortschritts und Wissenschaftsethos &#8211; nur dürftige Tarnung von Kapitalinteressen&#8220;, wie Arno Orzessek in <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/994606/" target="_blank">dieser Besprechung</a> vormuliert. Von Interessen denen die &#8222;Bürgermedizin&#8220; letztlich als Planierraupe dient?</p>
<p>Der Anthropologe <a href="http://www.suhrkamp.de/autoren/kaushik_sunder_rajan_7664.html" target="_blank">Kaushik Sunder Rajan</a> sagt:</p>
<blockquote><p>&#8222;Ganz allgemein revolutionieren die technologischen und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnistheorie" target="_blank">epistemologischen</a> Veränderungen im Bereich der Biotechnologie unsere Vorstellung davon, was wir &#8222;Leben&#8220; nennen. <strong>Das Leben wird nun plötzlich zu etwas Materiellem, das man handeln und tauschen kann.</strong>&#8222;</p></blockquote>
<p>Ist das der Preis für revolutionäre Bürgermedizin? Ist er gerechtfertigt?</p>
Posted in Biodiversität, Grundsatzfragen, Neue Technologien, Wissen Tagged: Bürgermedizin, Biokapital, Biotechnologie, Camille de Toledo, Human Microbiom Project, Körper, Wissenschaft <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/commonsblog.wordpress.com/2899/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/commonsblog.wordpress.com/2899/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/commonsblog.wordpress.com/2899/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/commonsblog.wordpress.com/2899/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/commonsblog.wordpress.com/2899/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/commonsblog.wordpress.com/2899/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/commonsblog.wordpress.com/2899/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/commonsblog.wordpress.com/2899/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/commonsblog.wordpress.com/2899/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/commonsblog.wordpress.com/2899/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=2899&subd=commonsblog&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>1, 2, 3, viele Manifeste</title>
		<link>http://commonsblog.wordpress.com/2009/09/11/1-2-3-viele-manifeste/</link>
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		<pubDate>Fri, 11 Sep 2009 13:47:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silke Helfrich</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<guid isPermaLink="false">http://commonsblog.wordpress.com/?p=2837</guid>
		<description><![CDATA[Manifeste haben immer mal wieder Konjunktur. Wer sich in den Dschungel alter und neuer &#8222;handgreiflich gemachter politischer Erklärungen&#8220; wagt, geht mit Sicherheit inspiriert daraus hervor.  Besonders provokant ist, was einzelne Vordenker zu Papier bringen &#8211; also Manifeste, denen man ansieht, dass sie nicht um Zustimmung ringen. Es folgen ein paar manifeste Lesetipps, die sich rund [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=2837&subd=commonsblog&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img class="alignright" src="http://farm4.static.flickr.com/3397/3599953985_10dbd2a298.jpg" alt="" width="184" height="141" />Manifeste haben immer mal wieder Konjunktur. Wer sich in den Dschungel alter und neuer &#8222;handgreiflich gemachter politischer Erklärungen&#8220; wagt, geht mit Sicherheit inspiriert daraus hervor.  Besonders provokant ist, was einzelne Vordenker zu Papier bringen &#8211; also Manifeste, denen man ansieht, dass sie nicht um Zustimmung ringen. Es folgen ein paar manifeste Lesetipps, die sich rund um das Thema Gemeingüter bewegen.</p>
<p><strong>Wissen, Information, Software und Kultur: </strong></p>
<p>Da ist zunächst das GNU-Manifest von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Stallman" target="_blank">Richard Stallman</a>. <a href="http://www.gnu.de/documents/manifesto.de.html" target="_blank">Hier</a> die inoffizielle deutsche Übersetzung. <span id="more-2837"></span></p>
<blockquote><p>&#8222;Ich glaube, daß es das Gebot der Nächstenliebe verlangt, daß ich ein Programm, das mir gefällt, mit anderen teile, denen es ebenfalls gefällt. Software-Anbieter hingegen wollen die Anwender isolieren und beherrschen, wobei sie jeden Anwender dazu verpflichten, nicht mit anderen zu teilen. Ich weigere mich, die Solidarität mit anderen Anwendern in dieser Weise zu brechen&#8230;.</p>
<p>GNU ist nicht in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinfreiheit#Public_Domain" target="_blank">public domain</a>. Zwar wird jedem gestattet sein, GNU zu modifizieren und weiterzugeben, aber keinem Distributor wird es erlaubt sein, die Weiterverbreitung von GNU einzuschränken; sprich: proprietäre Modifikationen werden nicht erlaubt sein. Ich möchte sicherstellen, daß alle Versionen von GNU frei bleiben.</p>
<p>Geld von Benutzern zu kassieren, indem man den Gebrauch eines Programms einschränkt, ist destruktiv, weil die Einschränkungen die Häufigkeit und die verschiedenen Weisen begrenzen, in denen das Programm benutzt werden könnte.<strong> Dies begrenzt den Reichtum, der aus dem Programm für die Menschheit entsteht. </strong>Die schädlichen Auswirkungen einer bewußten Beschränkung sind eine bewußte Form von Zerstörung.&#8220; (Herv. S.H.)</p>
<p>&#8222;Der Grund, weshalb ein guter Bürger derart destruktive Mittel nicht anwendet, um reich zu werden, ist, daß, wenn dies jeder täte, wir alle durch die wechselseitige Zerstörung ärmer würden. Dies ist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%A4chstenliebe#Kategorischer_Imperativ" target="_blank">Kantsche Ethik</a> – oder das Gebot der Nächstenliebe. &#8230;</p>
<p>„Kontrolle über den Gebrauch von Ideen“ konstituiert in Wirklichkeit Kontrolle über das Leben anderer Menschen, und sie wird normalerweise eingesetzt, um den Menschen das Leben schwerer zu machen.&#8220;</p></blockquote>
<p>Oder das<a href="http://wiki.freeculture.org/Free_Culture_Manifesto" target="_blank"> Free Culture Manifesto</a> von den<a href="http://freeculture.org/" target="_blank"> Studenten für Freie Kultur</a>:</p>
<blockquote><p>&#8222;The mission of the Free Culture movement is to build a bottom-up, participatory structure to society and culture, rather than a top-down, closed, proprietary structure. &#8230; we can place the tools of creation and distribution, communication and collaboration, teaching and learning into the hands of the common person &#8212; and with a truly active, connected, informed citizenry, injustice and oppression will slowly but surely vanish from the earth. &#8230;</p></blockquote>
<blockquote><p>The future is in our hands; we must build a technological and cultural movement to defend the digital commons.&#8220;</p></blockquote>
<p>Herrlich, die <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/1/1028/1.html" target="_blank">Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace</a> des Internetpioniesr <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/John_Perry_Barlow" target="_blank">John Perry Barlow</a>, 1996.</p>
<blockquote><p>&#8222;Eure in steigendem Maße obsolet werdenden Informationsindustrien möchten sich selbst am Leben erhalten, indem sie &#8230; Gesetze vorschlagen, die noch die Rede selbst weltweit als Besitz definieren. Diese Gesetze würden Ideen als nur ein weiteres industrielles Produkt erklären, nicht ehrenhafter als Rohmetall. &#8230; Die globale Übermittlung von Gedanken ist nicht länger auf Eure Fabriken angewiesen.&#8220;</p></blockquote>
<p><a href="http://www.cluetrain.de/" target="_blank">&#8230; oder das Cluetrain Manifest</a>&#8230; Schluß mit einseitiger Kommunikation. Die Märkte der Zukunft basieren <strong>auf den Beziehungen der Menschen untereinander </strong>und darauf, dass sich in den Beziehungen der Unternehmen zu den Menschen (nicht den Kunden!) einiges ändert.</p>
<blockquote><p>&#8222;wir sind keine zielgruppen oder endnutzer oder konsumenten. wir sind menschen &#8211; und unser einfluss entzieht sich eurem zugriff. kommt damit klar.&#8220;</p></blockquote>
<p><strong>Umwelt/ Mitwelt/ Stadt: </strong></p>
<p><a href="http://www.klima-manifest.de/" target="_blank">Das Klimamanifest </a>der Architekten, Ingenieure und Stadtplaner &#8211; weniger provokant, dafür nicht minder relevant:</p>
<blockquote><p>&#8222;Mit nachhaltiger Architektur und Ingenieurbaukunst können und wollen wir einen entscheidenden Baustein zum notwendigen Wandel in der Nutzung unserer natürlichen Ressourcen liefern.</p></blockquote>
<p>oder das <a href="http://www.slowfood.ch/Manifest.66.0.html" target="_blank">Slowfood-Manifest</a> von 2004:</p>
<blockquote><p>&#8222;Die Industriegesellschaft hat zuerst die Maschine erfunden und nach ihr das Leben modelliert. &#8230;</p>
<p>Zu Tisch! Gegen die Verflachung des &#8222;Fast-Food&#8220; setzen wir den Reichtum der Geschmäcker aller regionalen Küchen. Wenn das &#8222;Fast Life&#8220; im Namen der Produktivität unser Leben kastriert, Menschen und Umwelt bedroht, so muss die &#8222;Slow Food-Bewegung&#8220; die entsprechende Antwort einer neuen Avantguarde sein.</p>
<p>In der Entwicklung des Geschmacks hier und jetzt und nicht in seiner Verkümmerung ruht der Keim einer neuen Kultur&#8230;&#8220;</p></blockquote>
<p>Wunderbar auch die <strong>Verteidigung der Stille als Commons</strong> im <a href="http://www.hoerstadt.at/hoerstadt/das_akustische_manifest.html" target="_blank">Akustischen-Manifest</a>:</p>
<blockquote><p>&#8222;Das Unrecht hat sich in den Schatten gesellschaftlicher Aufmerksamkeit verkrochen&#8230;&#8220;</p>
<p>Wer im Lärm lebt, ist arm. Und wer arm ist, lebt im Lärm. &#8230; Der Körper ist das Schlachtfeld gesellschaftlicher Auseinandersetzung&#8220; (mehr <a href="http://commonsblog.wordpress.com/2009/08/26/wer-im-larm-lebt-ist-arm/" target="_blank">hier</a>)</p></blockquote>
<p>Und was findet sich nicht alles &#8211; da gibt es ein <a href="http://www.face-europe.org/Documents/Manifesto/Manifesto-2009-DE.pdf" target="_blank">Manifest der Europäischen Jäger und Wildtierhalter</a> &#8211; 7.000.000 sollen es sein.</p>
<blockquote><p>Dort geht es um Naturschutz, Erhalt der Biodiversität und das kulturelle Erbe:</p>
<p>&#8222;Die Jagd ist eine reihhaltige Mischung aus Traditionen und Kultur. Ihre Bedrohung ist mehr als nur die Gefährdung einer einzigen ländlichen Aktivität, sondern setzt auch eine unschätzbare Quelle von kultureller Inspiration aufs Spiel, welche über die Jahrhunderte zu unserem gemeinsamen Erbe beigetragen und dieses bereichert hat – Kunst, Gastronomie, Musik und Literatur.&#8220;</p></blockquote>
<p><strong>Zu grundsätzlichen Polit-Ökonomischen Fragen: </strong></p>
<p><a href="http://www.krisis.org/1999/manifest-gegen-die-arbeit" target="_blank">Das Manifest gegen die Arbeit</a> der Gruppe Krisis:</p>
<blockquote><p>&#8222;Der Verkauf der Ware Arbeitskraft wird im 21. Jahrhundert genauso aussichtsreich sein wie im 20. Jahrhundert der Verkauf von Postkutschen&#8230;.</p>
<p>Es ist absurd: Die Gesellschaft war niemals so sehr Arbeitsgesellschaft wie in einer Zeit, in der die Arbeit überflüssig gemacht wird. Gerade in ihrem Tod entpuppt sich die Arbeit als totalitäre Macht, die keinen anderen Gott neben sich duldet.&#8220;</p>
<p>&#8222;Der paranoide Schrei nach “Beschäftigung” rechtfertigt es, die längst erkannte Zerstörung der Naturgrundlagen sogar noch zu forcieren. Die letzten Hindernisse für die totale Kommerzialisierung aller sozialen Beziehungen dürfen kritiklos hinweggeräumt werden, wenn ein paar elende “Arbeitsplätze” in Aussicht stehen.&#8220;</p>
<p>(Arbeit = Lohnarbeit, S.H.)</p></blockquote>
<p>Und dann gibt es &#8222;<a href="http://www.boell.de/downloads/Gemeinguetermanifest.pdf" target="_blank">Gemeingüter stärken. Jetzt!</a>&#8220; Das Gemeingütermanifest!</p>
<blockquote><p>&#8222;Alle sind von den hier aufgeworfenen Fragen unmittelbar berührt. Die Unternehmen brauchen Gemeingüter, um in Zukunft noch Geld zu verdienen. Wir alle brauchen sie zum (Über-)Leben. Das ist eine wesentliche Erkenntnis, sie begründet, warum bei Gemeingütern die Nutzungsrechte der Allgemeinheit immer höher zu bewerten sind als die Nutzungsrechte privater Unternehmen.&#8220;</p></blockquote>
<p>Und viele mehr &#8211; Platz für weitere Tipps ist auch in den Kommentaren.</p>
<p>Eigentlich sind all diese ManifestlerInnen Teil einer einzigen Bewegung, der Commonsbewegung, die sich gerade selbst entdeckt. Vielleicht sollten wir sie alle irgendwo an einem Ort zusammen bringen. Ohne Agenda,  zum inspirierenden, freien, alle bereichernden Austausch &#8230; eben ein Schritt zur Selbstidentifizierung der Commonsbewegung.</p>
<pre>foto on flickr by<a href="http://www.flickr.com/photos/kmasback/" target="_blank"> k_masback</a>, Lizenz: CC: BY NC SA</pre>
<blockquote></blockquote>
Posted in Biodiversität, Commons, Gemeinwohl, Grundsatzfragen, Internet&amp;Software, Klima, Kunst&amp;Kultur, städtische Gemeinschaftsgüter, Wissen Tagged: Arbeit, Biodiversität, Gemeingüter, GNU, Klima, Kultur, Manifeste, Wissen <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/commonsblog.wordpress.com/2837/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/commonsblog.wordpress.com/2837/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/commonsblog.wordpress.com/2837/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/commonsblog.wordpress.com/2837/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/commonsblog.wordpress.com/2837/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/commonsblog.wordpress.com/2837/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/commonsblog.wordpress.com/2837/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/commonsblog.wordpress.com/2837/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/commonsblog.wordpress.com/2837/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/commonsblog.wordpress.com/2837/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=2837&subd=commonsblog&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Darwinfinken und die Krise der Vielfalt</title>
		<link>http://commonsblog.wordpress.com/2009/09/02/darwinfinken-und-die-krise-der-vielfalt/</link>
		<comments>http://commonsblog.wordpress.com/2009/09/02/darwinfinken-und-die-krise-der-vielfalt/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2009 21:06:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob B.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Biodiversität]]></category>
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		<description><![CDATA[Vielfalt bedeutet Lebensqualität. Vielfalt der Kultur, der Sprachen und Dialekte, der Nahrungsmittel. Vielfalt der Berufe, der Ideen und der Geschmäcker. Vielfalt der Farben, der Gerüche und Aromen, der handwerklichen Fertigkeiten. Vielfalt der Arten in den Biotopen der Welt, vom heimischen Gemüsebeet bis hin zum tropischen Regenwald. Schon meine Großmutter mahnte, ich solle mich abwechslungsreich ernähren &#8211; [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=2779&subd=commonsblog&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Vielfalt bedeutet Lebensqualität. Vielfalt der Kultur, der Sprachen und Dialekte, der Nahrungsmittel. Vielfalt der Berufe, der Ideen und der Geschmäcker. Vielfalt der Farben, der Gerüche und Aromen, der handwerklichen Fertigkeiten. Vielfalt der Arten in den Biotopen der Welt, vom heimischen Gemüsebeet bis hin zum tropischen Regenwald. Schon meine Großmutter mahnte, ich solle mich abwechslungsreich ernähren &#8211; ein Vorsatz, der zu Zeiten der Industrialisierung der Lebensmittelproduktion und des Gentechnisierung von Saatgut und Zuchttieren zunehmend schwieriger wird. <strong>Mit der Vielfalt berauben wir uns eines unserer wichtigsten Gemeingüter. </strong>Viele empfinden diesen Verlust als Bedrohung, aber wenige sehen wirkungsvolle Strategien diesen Trend einzudämmen oder gar umzukehren. Neue Anstösse hierzu könnten  aus der Betrachtung biologischer Prozess kommen, auch wenn wir uns (schon aus historischen Gründen) vor einer Biologisierung gesellschaftlicher Prozesse hüten sollten.</p>
<p><span id="more-2779"></span><img class="alignright size-full wp-image-2778" title="Dickschnabel-Darwinfink (Camarhynchus crassirostris). Quelle: Wikipedia" src="http://commonsblog.files.wordpress.com/2009/09/camarhynchus_crassirostris1.jpg?w=452&#038;h=518" alt="Camarhynchus_crassirostris1" width="452" height="518" />Jeder Vergleich hinkt. Ich werde trotzdem einen solchen wagen und versuchen, <strong>das Entstehen oder Verschwinden kultureller und ökonomischer Vielfalt mit den Mechanismen der Evolution zu illustrieren</strong>.</p>
<p>Der junge Charles Darwin erkundete 1835 einige der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gal%C3%A1pagos-Inseln" target="_blank">Galapagos-Inseln</a>, wobei er unter anderem einige Dutzend Vögel schoss, die er später der Zoologischen Gesellschaft in London schenkte. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/John_Gould" target="_blank">John Gould</a>, der Kurator des Museum dieser Gesellschaft, untersuchte die Vögel und erkannte ihre <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Darwinfinken" target="_blank">Eigenständigkeit als neue Gruppe</a> im System der Tiere. Die 14 Arten der auf Galapagos lebenden &#8222;Finken&#8220; sind nah verwandt und doch so verschieden, dass sie untereinander nicht in Nahrungskonkurrenz leben.</p>
<p>Man erklärt sich die Entstehung dieser ungewöhnlichen Artenvielfalt auf so engem Raum durch einen <strong>rekursiven Prozess</strong>: Zunächst wanderte vermutlich nur ein einziges Brutpaar vom Festland auf eine Insel der Galapagos-Gruppe ein. Dieses vermehrte sich dort im Lauf der Jahre sehr stark, da weder Räuber noch Konkurrenten einer solchen Propagation entgegen wirkten. Die Nahrungsressourcen der Tiere waren aber begrenzt, so dass nach einiger Zeit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Intraspezifische_Konkurrenz" target="_blank">intra-spezifische Konkurrenz </a>(d.h. Konkurrenz zwischen den Mitgliedern derselben Art) einige Mitglieder der Population dazu zwang, auf Nachbarinseln auszuweichen. Dort wiederholte sich derselbe Prozess. Da die Lebensbedingungen auf den verschiedenen Inseln aber unterschiedlich waren, entwickelten sich die ausgewanderten Exemplare selbstständig weiter und bildeten eigene, charakteristische Merkmale aus, bevor sie schliesslich &#8211; getrieben von ihrer eigenen intra-spezifischen Konkurrenz &#8211; wieder zurück auf die Ausgangsinsel gelangten. Inzwischen unterschieden sich beide Arten aber so stark voneinander, dass sie problemlos nebeneinander in ihren eigenen ökologischen Nischen koexistieren konnten. Da sie aufgrund der langen geografischen Trennung (man muss sich einen solchen Evolutionsprozess über sehr viele Generationszyklen denken) nicht mehr paarungsfähig untereinander waren, hatten sich unterschiedliche Arten entwickelt.</p>
<p>Können wir aus solchen Evolutionsprozessen Erkenntnisse zur Bewahrung und Regenerierung kultureller und ökonomischer Vielfältigkeiten gewinnen? Kann man den Erfolg von Pizzerien, italienischen Eisdielen und Dönerbuden mit dem Entstehen der Darwinfinken vergleichen und daraus systematische Strategien zur Stärkung der Produktvielfalt ableiten? Ist die Globalisierung des Hamburgers mit dem Einfall der Hauskatzen und Füchse in Australien vergleichbar, die dem dort ursprünglich ansässigen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kaninchennasenbeutler" target="_blank">Kaninchennasenbeutler</a> (<em>Macrotis lagotis</em>) schwer zu schaffen machen? <strong>Können wir Nischen schaffen, ökonomische Reservate, die das Entstehen neuer Produktvielfalt erleichtern?</strong> Könnte vielleicht schon eine systematische Differenzierung von Auswahlkriterien (Kundengeschmack?) neue Produkte, Berufe, vielleicht sogar ganzen Wirtschaftszweige induzieren, ähnlich wie die Variation der Lebensbedingungen zwischen verschiedenen Inseln zur Entstehung von Arten führte?</p>
<p>Es wäre sträflicher Unfug, derartige Vergleiche überzustrapazieren. Natur ist nicht a priori gut. Phalloidin, ein Gift des Knollenblätterpilzes, ist völlig natürlich und tödlich giftig. Lungenkrebs ist ein biologischer Prozess und trotzdem höchst ungesund. Allerdings spricht nichts dagegen, wenn wir die Strategien der Natur zur Entstehung und Erhaltung biologischer Vielfalt analysieren und daraus möglichst viele eigene Ideen schöpfen. Ich werde  der adaptiven Radiation des menschlichen Intellekts freien Raum zu lassen und freue mich über jeden fortführenden Gedanken &#8230; .</p>
Posted in Biodiversität, Commons based Economy, Gene, Globale Gemeinressourcen, Kunst&amp;Kultur Tagged: Beuteltiere, Darwinfinken, Döner, Diversität, Ernährung, Evolution, Hamburger, Knollenblätterpilz, Vielfalt <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/commonsblog.wordpress.com/2779/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/commonsblog.wordpress.com/2779/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/commonsblog.wordpress.com/2779/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/commonsblog.wordpress.com/2779/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/commonsblog.wordpress.com/2779/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/commonsblog.wordpress.com/2779/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/commonsblog.wordpress.com/2779/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/commonsblog.wordpress.com/2779/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/commonsblog.wordpress.com/2779/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/commonsblog.wordpress.com/2779/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=2779&subd=commonsblog&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Jakob B.</media:title>
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		<title>Saatgut ist Software</title>
		<link>http://commonsblog.wordpress.com/2009/07/24/saatgut-ist-software/</link>
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		<pubDate>Fri, 24 Jul 2009 17:28:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silke Helfrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Biodiversität]]></category>
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		<description><![CDATA[San Cristóbal de las Casas, 13. Juli 2009: Ich steige in den Pick-up ein, der mich zum Schnellbus nach Tuxtla Guttiérez bringt. „Wie so ein Tag vergeht“, sage ich. Mein Aufenthalt in San Cristóbal währte gerade einmal 20 Stunden. Meine Gastgeberin, die Chiapanekin Ana Valadez,  wallendes, tiefschwarzes Haar und kämpferische Ausstrahlung, antwortet:
„Tja, an nur einem [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=2584&subd=commonsblog&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/San_Crist%C3%B3bal_de_las_Casas" target="_blank"><img class="alignright" src="http://farm2.static.flickr.com/1234/1220343164_bd12b49433.jpg?v=0" alt="" width="216" height="162" />San Cristóbal de las Casas</a>, 13. Juli 2009: Ich steige in den Pick-up ein, der mich zum Schnellbus nach <a href="//de.wikipedia.org/wiki/Tuxtla_Gutiérrez" target="_blank">Tuxtla Guttiérez</a> bringt. „Wie so ein Tag vergeht“, sage ich. Mein Aufenthalt in San Cristóbal währte gerade einmal 20 Stunden. Meine Gastgeberin, die Chiapanekin Ana Valadez,  wallendes, tiefschwarzes Haar und kämpferische Ausstrahlung, antwortet:</p>
<p style="margin-bottom:0;">„Tja, an nur einem einzigen Tag, kann man eine ganze Diskussion auf den Kopf stellen.&#8220;<span id="more-2584"></span>Wir hatten <a href="http://commonsblog.wordpress.com/das-buch-el-libro/" target="_blank">Buchvorstellung</a> in San Cristobal, organisiert von <a href="http://www.otrosmundoschiapas.org/index.php/biopirateria.html" target="_blank">otrosmundos</a>, auf Grund meines Blitzaufenthaltes zum denkbar ungünstigsten Moment: Montag früh um 11 Uhr. Doch das Thema zieht, &#8222;es geht uns was an. Das bewegt die Leute hier&#8220;, sagt später ein Teilnehmer. Es geht um Gemeingüter.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Die einladenden Organisationen hatten sich intensiv vorbereitet und die Lektüre der 39 Artikel unter sich aufgeteilt. Spannend zu sehen, wie ein Buch sprichwörtlich verarbeitet wird. Dabei verlangt es den linken Organisationen im rebellischen Chiapas ab, ihre politischen Ansätze nochmal kritisch zu reflektieren, Polarisierungen aufzugeben oder über das &#8222;No a la privatización&#8220; hinaus zu denken.</p>
<p style="margin-bottom:0;">In Chiapas ist viel selbstverständlicher als bei uns die Rede von  „Gemeinschaften“ (<em>comunidades</em>). Hier ist das Leben noch vielfach in Gemeinschaften organisiert – von Markt und Staat verlassen. Doch auch hier tun sich Gräben auf zwischen Idealisierung  und Verteufelung dieser „<em>comunidades</em>“. Es scheint ein Glaubenskrieg – wie überall. Auf diesen haben sich aber die Organisatinen vorerst noch nicht eingelassen. Sie nutzen den Diskurs der Gemeingüter zur kritischen Selbstreflektion.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Seit einigen Jahren verbindet der Begriff die Ökos mit den &#8222;comunidades&#8220; für Freie Kultur und Freie Software. Im Spanischen heißt das: „<em>convergencia de movimientos</em>“, <strong>Zusammengehen sozialer Bewegungen</strong>. Meine Gastgeber verstehen das Buch als Vorschlag, diese Bündnisse auf eine programmatische Basis zu stellen.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Ana Valadez macht es ganz praktisch. Sie legt eine Reihe von Samentütchen auf den Tisch. Ein Muster der bizarrsten Maissamen, die man sich denken kann. Daneben stellt sie einen Topf mit Kräutern, denen allerlei heilende Wirkung zugesprochen wird. Dann hält sie noch einen USB Stick hoch und sagt:</p>
<p style="margin-bottom:0;"><strong>„Das alles ist Software. Es ist die Software der Reproduktion des Lebens.“ </strong>Das alles ist Code, ist Information. Und diese Information ist mit der Hardware dieser Reproduktion (dem Computer oder der Pflanze) so untrennbar verbunden wie <a href="http://www.keimform.de/2009/07/23/was-ist-information/" target="_blank">mit dem Leben</a>.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Wir sind es, die entscheiden, was wir säen und ernten. Wir sind es, die Informationen entwickeln, entschlüsseln und nutzbar machen. Das Nachdenken über Gemeingüter ist ein Nachdenken darüber, wie die Software der Reproduktion des natürlichen und kulturellen Lebens fortgeschrieben werden soll.</p>
<p style="margin-bottom:0;"><strong> </strong><a title="Gerät" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ger%C3%A4t"></a></p>
<pre style="margin-bottom:0;">Foto: San Cristóbal de las Casas, Kathedrale: by Jesus Guzman-Moya</pre>
<p style="margin-bottom:0;">
Posted in Biodiversität, Commons based Economy, Gemeinschaft, Grundsatzfragen, Internet&amp;Software Tagged: Gemeingüter, Saatgut, San Cristobal, Software <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/commonsblog.wordpress.com/2584/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/commonsblog.wordpress.com/2584/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/commonsblog.wordpress.com/2584/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/commonsblog.wordpress.com/2584/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/commonsblog.wordpress.com/2584/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/commonsblog.wordpress.com/2584/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/commonsblog.wordpress.com/2584/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/commonsblog.wordpress.com/2584/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/commonsblog.wordpress.com/2584/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/commonsblog.wordpress.com/2584/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=2584&subd=commonsblog&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Commons zwischen Kuhglocken und Alphörnern</title>
		<link>http://commonsblog.wordpress.com/2009/07/12/commons-zwischen-kuhglocken-und-alphornern/</link>
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		<pubDate>Sun, 12 Jul 2009 21:58:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jakob B.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Biodiversität]]></category>
		<category><![CDATA[Bodenschätze]]></category>
		<category><![CDATA[Commons]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich sehe ich selten in die Ferne, aber gestern musste ich mir (ob dieser Fernsicht) die Augen reiben. Mitten in der Nacht im Fernsehsender Phoenix ein Bericht über Artenvielfalt, Dialekt- und Sprachenvielfalt und vieles mehr: Messners Alpen! Muss man gesehen haben. Das macht richtig Lust auf mehr. Nach Sepp Holzers Ausführungen zur Permakultur auf dem Krameterhof [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=2554&subd=commonsblog&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Eigentlich sehe ich selten in die Ferne, aber gestern musste ich mir (ob dieser Fernsicht) die Augen reiben. Mitten in der Nacht im Fernsehsender Phoenix ein Bericht über Artenvielfalt, Dialekt- und Sprachenvielfalt und vieles mehr: <a href="http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/dokumentationen/messners_alpen_(2_3)/192058?datum=2009-07-12" target="_blank">Messners Alpen</a>! Muss man gesehen haben. Das macht richtig Lust auf mehr. Nach Sepp Holzers Ausführungen zur Permakultur auf dem <a href="http://www.krameterhof.at" target="_blank">Krameterhof </a>bin ich jedenfalls trotz der späten Sendezeit sofort raus und habe versucht im Mondschein ein Gemüsebeet anzulegen.</p>
<p>Es gibt noch zwei Sendetermine, wenn ich das richtig verstehe: Do, 23.07.09, 01.45 Uhr und Mi, 29.07.09, 01.30 Uhr.</p>
Posted in Biodiversität, Bodenschätze, Commons, Klima  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/commonsblog.wordpress.com/2554/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/commonsblog.wordpress.com/2554/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/commonsblog.wordpress.com/2554/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/commonsblog.wordpress.com/2554/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/commonsblog.wordpress.com/2554/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/commonsblog.wordpress.com/2554/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/commonsblog.wordpress.com/2554/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/commonsblog.wordpress.com/2554/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/commonsblog.wordpress.com/2554/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/commonsblog.wordpress.com/2554/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=2554&subd=commonsblog&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Lizenz zum Pilzesammeln</title>
		<link>http://commonsblog.wordpress.com/2009/06/06/lizenz-zum-pilzesammeln/</link>
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		<pubDate>Sat, 06 Jun 2009 21:31:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silke Helfrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Biodiversität]]></category>
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		<description><![CDATA[Stellen Sie sich vor, man würde den Menschen das Pilzesammeln verbieten und stattdessen zum Sammeln einen Forstverwalter einstellen! Staatskasse muss gefüllt werden.
Schnapsidee? Gibt&#8217;s aber trotzdem. So notiert hier die österreichische Landschaftsplanerin Elisabeth Salome Gruber in ihrem kurzen und sehr informativen Text zum &#8222;Sammeln von Wildpflanzen im Spannungsfeld zwischen Gemeingut und Allgemeingut&#8220;* 
Im italienischen Dolomitental Val [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=2369&subd=commonsblog&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><img class="alignright" src="http://farm4.static.flickr.com/3060/2938638956_a2ee10c6b1_m.jpg" alt="" width="240" height="190" />Stellen Sie sich vor, man würde den Menschen das Pilzesammeln verbieten und stattdessen zum Sammeln einen Forstverwalter einstellen! Staatskasse muss gefüllt werden.</p>
<p>Schnapsidee?<a href="https://zidapps.boku.ac.at/abstracts/oe_list.php?paID=3&amp;paSID=5955&amp;paSF=-1&amp;paCF=0&amp;paLIST=0&amp;language_id=DE" target="_blank"> Gibt&#8217;s aber trotzdem. </a>So notiert <a href="http://www.geocities.com/kultur.erbe/Gruber.html?1202646365557" target="_blank">hier</a> die österreichische Landschaftsplanerin Elisabeth Salome Gruber in ihrem kurzen und sehr informativen Text zum <strong>&#8222;Sammeln von Wildpflanzen im Spannungsfeld zwischen Gemeingut und Allgemeingut&#8220;* <span id="more-2369"></span></strong></p>
<p>Im italienischen Dolomitental <a href="http://www.tr3ntino.it/de/urlaubsziele-im-trentino/fleimstal/" target="_blank">Val di Fiemme,</a> wo das Pilzesammeln zur Touristenattraktion gehört, gibt es <strong>Lizenzen für&#8217;s Pilzesammeln.</strong> Sie können auf der Post oder bei der Touristeninformation erworben werden. Pilze sind nicht unerschöpflich &#8211; man muss mitunter den Zugang begrenzen. Doch bei dieser Art der Zugangsbegrenzung geht mehr verloren als nur das Sammelgut, das macht Gruber eindrucksvoll klar.</p>
<p>Wer glaubt, die Sammelei sei ein Relikt aus der <strong>Steinzeit</strong>, der werfe einen Blick auf diese <strong>Zahlen</strong>:</p>
<ul>
<li>Weltweit stammen <strong>80% aller verwendeten Heilpflanzen aus Wildsammlung</strong>. Für Europa sind das 30000t jährlich</li>
<li>Weniger als 5% der ca. 50000 weltweit genutzten Heilpflanzenarten stammen fast ausschließlich aus Anbau.</li>
</ul>
<p>Salome Gruber hat einen konsistenten Gemeingüterbegriff. Gemeingüter seien das, &#8222;was uns nicht allein gehört&#8220;. Dennoch definiert sie Gemeingüter nicht über die Eigentumsform. Im Text wird vielmehr deutlich, dass Commons bzw. das <em>Commoning</em> eine <strong>Kulturhandlung</strong> ist. Gemeingüter sind unabdingbar, doch sie sind kein Ding.<strong><br />
</strong></p>
<blockquote><p>&#8222;Gemeingut wird reproduziert <strong>indem</strong> es erkannt und anerkannt wird. Indem es aktiv genutzt, gepflegt und an die Erfordernisse der Zeit angepasst wird&#8220; (Herv. S.H.)</p></blockquote>
<p>Zum Sammeln braucht es zum Beispiel Pflanzen, Sammelorte, <strong>Gebrauchswissen</strong> und Motivation. Dieses Wissen ist oft &#8222;lokal oder personal gebundenes Wissen&#8220;. Wo Nutzungsrechte der SammlerInnen beschnitten werden (wie vom pilzesammelnden Forstarbeiter), verschwindet auch dieses Wissen, doch</p>
<blockquote><p>&#8222;Menschen mit bäuerlicher Herkunft (besitzen) die tiefsten Einblicke in die Vorgänge, welche aus Landschaften Sammelorte machen. Dieses Wissen hat auch <strong>Wertschätzung</strong> &#8230; zur Folge.&#8220;</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8222;<strong>Gemeingut, das nicht in Gebrauch bleibt, verschwindet wie ein Trampelpfad, der aufgrund mangelnder Nutzung zuwächst. </strong>Das Gemeingut, welches für das Sammeln unerlässlich ist, muss immer wieder neu durch den Gebrauch und seine Wertschätzung bestätigt, und oftmals zurückerobert oder neu geschaffen und neu legitimiert werden.</p></blockquote>
<p>Zudem macht Gruber deutlich, wie eng die kollektive Nutzung natürlicher Ressourcen mit der kulturellen Allmende verknüpft ist. Artenvielfalt &#8211; Gebrauchsvielfalt &#8211; Wissensvielfalt und schließlich auch Produktvielfalt sind allesamt Ausdruck einer lebendigen Allmende.</p>
<p>Gruber bedient sich bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ivan_Illich" target="_blank">Ivan Illich</a>, der in den Achtzigern den Begriff der <strong>Gemeinheit</strong> wieder stark gemacht hat: &#8222;Gemeinheit bedeutet ursprünglich die Summe aus Gemeinschaft, Gemeingut und den dazu gehörigen Regeln&#8220;. Sic. (Illich verdient hier endlich mal einen längeren Blogeintrag)</p>
<blockquote><p>„<strong>Ich finde kein Wort, mit dem ich den Weg, den ich, du oder er gehen, der Autobahn gegenüberstellen kann, auf der wir fahren oder gefahren werden</strong>. Im Englischen kann ich bei solchen Überlegungen the commons den public utilities gegenüberstellen, &#8230; Vom Recht auf die Allmende zu sprechen, wenn es mir eigentlich um die Wiedergewinnung von Nutzungsrechten an verschmutzten, zersiedelten zerwalteten Relikten von Gemeinheiten geht, wäre zu eng. &#8230; So bleibe ich also bei der ,Gemeinheit’“ (Illich 1982, Vom Recht auf Gemeinheit, 7f).</p></blockquote>
<p>Und schließlich noch drei Gedanken, die ich interessant fand:</p>
<p><strong>Die Nutzung einer Sache als Ware kann die Nutzung derselben Sache als Gemeingut voraussetzen. </strong>Grubers Beispiel: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Germer_(Gattung)" target="_blank">Germer</a> oder Arnika, Arzneipflanzen, die als Weideunkraut auf den Almen unerwünscht sind. Kollektives Wegsammeln ist also willkommen, bevor die (privaten) Almkühe sich den Kuhmagen verderben.</p>
<blockquote><p>&#8222;Die Sammelgüter entsprechen hier nicht der ersten Produktionsabsicht. Sie sind Nebenprodukte der land- und forstwirtschaftlichen Bewirtschaftung. <strong>Normalerweise entsteht durch ihre Nutzung den BesitzerInnen weder Schaden noch Verdienstentgang.</strong>&#8222;</p></blockquote>
<p>Ein Beispiel dafür, wie weitgreifend und subtil eine Kultur der Gemeingüter sein kann, kommt aus Deutschland.</p>
<blockquote><p>&#8222;Wenn man von der Nachbarin Pflanzensetzlinge bekommt, <strong>darf man sich in manchen Gegenden Deutschlands nicht bedanken, weil sie allen gehören, </strong>und der Dank nicht nur derjenigen gebühren würde, die sie weitergibt, sondern auch allen vor ihr, die dafür gesorgt haben, dass eine Sorte so wird, wie sie ist (jahrtausendelange Züchtungsarbeit) (<a href="http://www.polsoz.fu-berlin.de/soziologie/mitarbeiter/e_privatdozenten/meyer-renschhausen.html" target="_blank">Meyer-Renschhausen </a>2000).</p></blockquote>
<p>Zum ersten Mal gehört habe ich auch vom Begriff der<a href="http://www.wurzelwerk.at/thema/kraeuterkistl36.php" target="_blank"> &#8222;<strong>zugänglichen Landschaft</strong>&#8222;</a> in Opposition zur &#8222;<strong>geschlossenen Landschaft</strong>&#8222;, Freie Software vs. Unfreie/Proprietäre Software kommt mir da in den Sinn.</p>
<p>Und tatsächlich wurden auch</p>
<blockquote><p>&#8222;Landschaftsvielfalt, Artenvielfalt und die Gesamtheit des Wissens und der Fertigkeiten im Umgang damit &#8230; über Jahrhunderte hinweg als Gemeingut aufgefasst, <strong>das von unzähligen unbekannten Menschen gemeinsam erzeugt, gepflegt und weitergegeben wurde.&#8220; </strong></p></blockquote>
<p>Wie der unglaubliche Fundus freier Software, wie die Wikipedia. Es braucht offene Infrastrukturen (Landschaften), um Gemeingüter zu re-produzieren. <strong><br />
</strong></p>
<p>Resumee der Autorin: &#8222;Das Sammeln von Wildpflanzen ist nach wie vor eine <strong>gesellschaftlich spannende und lebendige Angelegenheit.&#8220; </strong>Warum das öffentlich und in der Wissenschaft kaum wahrgenommen wird, liege daran, dass sich der Gegenstand &#8222;an den Rändern unseres Wissens befinde&#8220;. Ein nicht minder wichtiger Grund scheint mir, dass eben diese Kulturhandlungen und ihre &#8222;Produkte&#8220; zu wenig  Marktwert besitzen.</p>
<p>Das Konzept des Gemeinguts, als inter- und transdisziplinäres wissenschaftliches Forschungsgebiet sei Voraussetzung dafür, die Dimension des Sammelns überhaupt zu erfassen. So ist es. Gruber gibt mit ihrem gut strukturierten Text eine hervorragende Einführung in die Kulturhandlung des Sammels: aus Perspektive der Gemeingüter.</p>
<p>PS: *Unter &#8216;Allgemeingut&#8217; versteht Gruber offenbar ein Gut, welches staatlicher Kontrolle unterworfen wurde, oft unter dem Vorwand dass es &#8222;angeblich allen gehört.&#8220;</p>
<pre>foto on flickr by <a href="http://www.flickr.com/photos/kosin-germany/" target="_blank">H.Kosin</a> CC: BY, NC</pre>
Posted in Biodiversität, Commons based Economy, Eigentum, Gemeinschaft, Kunst&amp;Kultur, Wald, Wissen Tagged: Elisabeth Gruber, Gemeingut, Gemeinheit, Ivan Illich, Kultur, Pilze, Sammeln, Wildpflanzen <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/commonsblog.wordpress.com/2369/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/commonsblog.wordpress.com/2369/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/commonsblog.wordpress.com/2369/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/commonsblog.wordpress.com/2369/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/commonsblog.wordpress.com/2369/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/commonsblog.wordpress.com/2369/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/commonsblog.wordpress.com/2369/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/commonsblog.wordpress.com/2369/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/commonsblog.wordpress.com/2369/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/commonsblog.wordpress.com/2369/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=commonsblog.wordpress.com&blog=1609786&post=2369&subd=commonsblog&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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