Exclosure: Bad ohne Volk

Ohne Worte.

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Mit Horst Eberhard Richter verlieren auch die Commons einen grossen Denker

Einmal im Leben hatte ich das Vergnügen, den 1923 geborenen Horst Eberhard Richter persönlich zu treffen. Das muss 1994 gewesen sein, im Theater Ticino in Wädenswil am Züricher See, wohin er zu einer Gesprächsrunde mit interessierten Bürgen eingeladen war. Richter saß in dem kleinen Theater in einem kleinen Ort auf der kleinen Theaterbühne und ich war sicher nicht der einzige Zuhörer in den Rängen, der beeindruckt war von seinem scharfen Verstand und seiner Fähigkeit zu kommunizieren. Ich weiss nicht mehr worum es in der Veranstaltung ging, erinnere mich aber an die rege Diskussion. Er war schon damals sehr bekannt, aber es machte ihm sichtlich Spaß, an dieser recht kleinen Gesprächsrunde zu partizipieren. Eines seiner Bücher begleitete mich seitdem durch die Welt:

Der Gotteskomplex. Gerade gestern, ohne von seinem Tod zu ahnen, habe ich wieder in diesem Buch geblättert und nach Zitaten gesucht, die zu den Commons passen. Ich brauchte nicht lange zu suchen.

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Europäische Anti-Stevia-Allianz: Verschwörungstheorie oder Komplott?

Ausgerechnet meine Tochter giesst gestern Öl … ach was – Kerosin … in das Feuer meines emotionalen Ofens. Echaufieren nennt man das, soviel ich weiss. Also, die junge Dame muss als Deutsch-Hausaufgabe einen Artikel aus der Stuttgarter Zeitung über die Stevia-Pflanze kommentieren. Es geht um die neuerliche Zulassung durch die EU von Steviaglykosiden als Süßstoff in Lebensmitteln und Getränken. Wer „keine Skrupel hatte, seinen Kaffee mit Badesalz zu süßen, konnte Stevia bereits ausprobieren“, schreibt Tanja Volz in diesem Artikel. Die jetzt verabschiedete europäische Verordnung, so steht dort geschrieben, erlaubt nur die Verwendung von sogenannten Steviolglykosiden. Steviolglykoside werden von der Pflanze produziert. Sie bewirken, dass die Blätter süß schmecken. Weil diese pflanzlichen Stoffe aber chemisch gewonnen werden, darf man den Süßstoff nicht als natürlich bezeichnen. Nicht zugelassen sind weiterhin Teile der Pflanze, etwa die Blätter. Die Pflanze gilt nach wie vor als neuartiges Lebensmittel und darf nur nach einer gesundheitlichen Bewertung in den Handel kommen.

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Commonszitate dringend gesucht!

Derzeit stelle ich eine kleine Zitatesammlung zu den Commons zusammen. Es wäre schlicht grandios, wenn Ihr mir dabei helft. Ich wünsche mir von jedem Leser des Commonsblogs sein/ihr Lieblingszitat über die Commons ( Gemeingüter/ Allmende) Bedient Euch auch aus anderen Sprachen und Kulturen.

Als Bienchen winkt die Veröffentlichung einzelner Zitate in diesem Buch (und wenn die Sammlung weiter gewachsen ist, stelle ich sie auch hier auf das Blog).

Helft Ihr bitte? (An meine Adresse, in die Kommentare oder info@commonsblog.de) Tausend Dank vorab.

PS: Stichtag, damit es noch Eingang ins Buch findet, ist der 21. Dezember. Aber Sammeln können wir bis in alle Ewigkeit.

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Biss in den Apfel verfolgt mich die Globalisierung

Dieser Tage besuchte ich das Dorf Klings in der Rhön, wo ich fror, weil es kalt war (sagte der kleine Bär).

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Honoré de Balzac zur globalen Schuldenkrise

Gerade blicke ich in mein Bücherregal und traue meinen Augen kaum. Da steht in der obersten Reihe links ein längst vergessenes Büchlein von überraschender Aktualität, nämlich Die Kunst, seine Schulden zu bezahlen von Honoré de Balzac. Ich schmökere ein bisschen hier und da und entdecke gleich eine Passage, die mir gut gefällt: Konfuse Schulden, so schreibt Balzac, das sind diejenigen, deren Rechtsgründe ein wenig verwickelt sind, so daß derselbe Mensch zur gleichen Zeit Gläubiger und Schuldner desselben Individuums, so daß weder der eine noch der andere Klarheit genug über die Natur seiner Schulden hat. Und wenn nun einer der beiden die Grundlagen oder die Begründung der Schuld ein wenig in Unordnung bringt, so vollzieht er eben auf diese Weise schon die „Amortisation“ (Balzac, 1827).

Irgendwie erscheint mir dies, wie eine prägnante Analyse der derzeitigen Lage und erinnert mich an einen Witz:

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Commons. Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat

Ein aufmerksamer Leser des Commonsblog hat sie schneller gefunden als ich: die offizielle Ankündigung :-) . Jetzt vollständig mit Cover, Text und Untertitel. Ich freu’ mich wie ein Töpfer.

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Die »Occupy«-Bewegung trägt ein Unbehagen auf die Straße – weltweit. Sie stellt Profitmaximierung an den Pranger und der Politik einen Misstrauensantrag. Die ernüchternde Diagnose: Markt und Staat haben versagt. Menschen verlieren die Kontrolle über das eigene Leben. Weltweit steigen die Preise für Wasser, Böden und Lebensmittel, während der Markt sie verknappt und an die Börse spült – flankiert von staatlichen Freihandelsverträgen.
Güter, die allen gehören, wie Meere oder Wälder, werden rücksichtslos auf den Markt getragen. Auch Wissen und Ideen, unsere wichtigsten produktiven Ressourcen, sind in Fülle vorhanden. Doch sie werden behandelt wie knappe Güter.
Aus Leben und Vielfalt für alle wird so Reichtum für wenige. Deshalb verwundert es nicht, dass die Commons, die Idee der Gemeingüter, eine Renaissance erleben – nicht zuletzt seit dem Wirtschaftsnobelpreis 2009 für Elinor Ostrom.
Die Commons sind wichtiger denn je: Sie beruhen nicht auf der Idee der Knappheit, sondern sie schöpfen aus der Fülle. Commons sind produktiv. Sie produzieren nicht in erster Linie für den Markt, sondern für die Menschen – und sie lösen konkrete Probleme. Wenn die Menschen die Freiheit haben, sich selbst zu organisieren und zu kooperieren, kann die gemeinsame Nutzung von Gütern sozialen Zusammenhalt und Verantwortlichkeit fördern und unsere Lebensgrundlagen schützen.
Dieser Band mit Beiträgen von 90 internationalen Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft, Politik und zivilgesellschaftlicher Praxis stellt ein modernes Konzept der Commons vor, das klassische Grundannahmen der Wirtschafts- und Gütertheorie radikal in Frage stellt und Wegweiser für eine neue Politik liefert.

jetzt vormerken

Silke Helfrich, Heinrich-Böll-Stiftung (Hg.)

Commons

Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat

April 2012, ca. 400 S., kart., ca. 24,80 € , ISBN 978-3-8376-2036-8

Commons. Demnächst in Ihrer Buchhandlung…

Commons. So wird das Buch heißen, dessen viertes Kapitel ich gerade abgeliefert habe. Es hat auch einen Untertitel, aber den verrate ich noch nicht. (Schließlich kennen ihn bislang nur unsere knapp 100 Koautor_innen aus ca 30 Ländern.)

Nur eins noch. Ein Kapitel. Dann werd ich wieder normal – nach der Durchsicht,  Diskussion, Übersetzung, Edition, erneuten Durchsicht… Den Rest des Beitrags lesen »

1. Commons-Sommerschule im Juni 2012 in Bechstedt

Der Kulturhof in Bechstedt

Im Juni 2012 wird im Kulturhof im Thüringischen Bechstedt die 1. deutschsprachige Sommerschule für Commons stattfinden, auf die ich mich jetzt schon freue. Das vorläufige Programm, das sich Brigitte Kratzwald, Silke Helfrich und Burkhard Korbmüller vorgenommen haben, kann sich wirklich sehen lassen. Es soll ein breites Spektrum von Themen behandelt werden, das sich von den Grundlagen und Gelingensbedingungen von Commons bis hin zu praktischen politischen Umsetzungs-Strategien erstreckt. Ziel der Sommerschule ist, Den Rest des Beitrags lesen »

Comm’on. Die alte Eigentumswelt dreht sich

Von einer illustren Runde internationaler Juristen und Commonsfans (Ja doch, in dieser Kombination. Das ist zwar eine rare Spezies, aber sie sind gerade dabei, eine junge Generation auszubilden!) hier in Turin lerne ich gerade, dass wir es mit den Commons so halten müssen wie mit dem Eigentum. Alle wichtigen Konzepte sind dick und rund und schwammig. Damit viel reinpasst, oder viel aufgesaugt werden kann. Denn schließlich geht es nie um Dinge die so sind, nie um Statisches, um eindeutig und einmalig zu Definierendes. Sondern immer um Prozesse. Um soziale Prozesse. Commons sind nicht. Sie werden gemacht. Erkämpft, gestaltet, gepflegt und verteidigt, neu aus dem Boden gestampft und was auch immer.

Wir drehten – wie immer – eine lange Runde um die Definition der Commons (You know, there is no definition of the commons without commoning!) und vielleicht ist tatsächlich das Einzige, was alle Commons gemeinsam haben, dass sie niemandem allein gehören, dass sie niemandes exklusives Eigentum sind.

Damit befasst sich nächste Woche auch ein Kongress der Rosa-Luxemburg-Stiftung, mit vielen spanneden Kolleginnen und Kollegen (die ich leider alle verpasse :-) ).

Hier folgt die Kongressankündigung. Für alle, die noch nicht angemeldet sind!

Die alte Eigentumswelt dreht sich.

Commons haben das Zeug zu einer neuen großen Erzählung. Haben sie? Was ist das Neue an den Commons, was unterscheidet sie von Kommune und Kommunismus, von Gemeineigentum und Öffentlichem – und was verbindet sie? Was bedeutet die Aussage, Commons bewegten sich «jenseits von Markt und Staat»? Was können die Commons, die Commoner – und was nicht? Welche Rolle spielen Commons bei der Occupy- Bewegung? Dreht sich die alte Eigentumswelt? Und was heißt das für die Linke(n)?

Programm: Den Rest des Beitrags lesen »

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