Die Piraten von der Commonspartei

… sitzen in Cottbus! Unter dem Titel „Die Entdeckung der Gemeingüter als kommunale Gestaltungschance diskutierte ich Mitte Oktober in Cottbus mit Cornelia Behm (MdB Grüne) und einem sehr engagierten Publikum über Commons und die Rolle der (bankrotten) Kommunen.

Neben attac-Anhängern, Grünen, Linken und Kommunalpolitikern waren auch vier Piraten anwesend. Sie haben nicht nur „den Vortrag gespannt verfolgt und die anschließende Diskussion bereichert“, sondern auch ein interessantes Resumée gezogen, denn ich muss so sinngemäß gesagt haben:

„Die Piraten könnten zu einer wirklichen Commonspartei werden, wenn Sie sich der Idee öffnen würden.“ (Hier gibt’s übrigens jemanden, der das ähnlich sieht.)

Das lies die „anwesenden Piraten amüsiert lächeln“ und zu dem Schluss kommen, ich kenne die Piratenpartei nicht gut genug. Das mag sein, macht aber die Feststellung nicht falsch.

Die Cottbuser Piraten kontern so:

„Der Grundgedanke der Gemeingüter, etwas gemeinschaftlich zu gestalten und allen Berechtigten nutzbar zu machen, ist ein tragender Gedanke der Piratenbewegung. Wir machen Politik zu einem Gemeingut. Wir von der “Commonspartei” konnten … Den Rest des Beitrags lesen »

Zimtsterne und Anisbrot: Überlieferte Rezepte als Wissensallmende

Überliefertes Wissen, wie die hier veröffentlichten Rezepte, ist  gelegentlich überaus schmackhaft. Wissen, ist eine Sache, die nach Allmende-Prinzipien erhalten und genutzt werden kann. Wie beliebt die Nutzung ist, sieht man am Beispiel eines überlieferten Rezepts für Christstollen, das in der Vorweihnachtszeit jeden Tag Hunderte von Besuchern anlockt. Nun interessiert mich aber auch die Frage, ob kooperative Beiträge tatsächlich auch zum Erhalt und zur Nutzbarmachung solcher Ressourcen beitragen können. Oder wird nur kostenlos konsumiert, solange es keine eigene Anstrengung und keinen Beitrag erfordert? Ich bin gespannt. Wie sagte schon Richard Stallman? Frei wie in Freiheit, nicht wie in Freibier.

Hier die Ressource: In einem alten handgeschriebenen Kochbuch, das von Maria Ensinger im Jahre 1870 verfasst wurde (das war 10 Jahre vor der Erfindung des elektrischen Lichts), habe ich folgende drei Rezepte für Weihnachtsplätzchen gefunden: Zimtsterne, S und Anisbrot.

Und hier der erforderliche Beitrag, um sie nutzbar zu machen: Leider kann ich die Schrift von Maria nicht vollständig entziffern und hoffe nun, dass wir dies  gemeinsam hinbekommen.

Ich bin für jedes gefundene Wort dankbar. Auch was ich bisher entziffert zu haben glaube, muss nicht richtig sein.

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Coca Cola und der „Superzucker“

Foto: chicco :) auf Flickr.com

Unter dem Titel „Superzucker“ lese ich heute einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung, der mir die Haare sträubt statt mich zu freuen: Die EU-Kommission hat nun endlich den natürlichen Süßstoff aus den Blättern der Stevia-Pflanze für Lebensmittel zugelassen, über den ich kürzlich schon einmal etwas gebloggt hatte. In der Mitte des Artikel überrascht mich die Autorin Christina Berndt mit der tollen Nachricht, dass „allein der Coca-Cola-Konzern 24 Patente rund um Stevia angemeldet hat“. Na da muss doch etwas Gutes an der Pflanze sein!

Eine der möglichen Fragen ist nun, wozu der Coca-Cola-Konzern diese Patente nutzen wird. Kommen jetzt Dutzende von neuen Stevia-gesüßten Limonaden auf den Markt, die nur Coca-Cola produzieren darf? Den Rest des Beitrags lesen »

Podiumsdiskussion „Gemeingüter – Wie viel privat, wie viel Staat?“

Heute lädt das ORF-Funkhaus in Dornbirn um 20.00 Uhr zur Podiumsdiskussion „Gemeingüter – Wie viel privat, wie viel Staat?“ ein. Silke Helfrich, Landesstatthalter Markus Wallner (ÖVP), Hubert Malin vom Stand Montafon und Eberhard Baron von Gemmingen diskutieren.

Countdown bei Mundraub!

Ein Commonsprojekt geht crowdfunden und der Countdown läuft! Jetzt zählt jeder Euro für die Mundräuber, die eine wunderbare Internet-Plattform geschaffen und für uns alle die Obstallmende wiederentdeckt haben. Die Mundräuber wollen jetzt verstärkt offline wirken. Und dafür brauchen sie ein bisschen richtiges Geld, um ein Mundräuberhandbuch zu finanzieren, dass in Kooperation mit www.rugwind.de entsteht.

Mundraub hat sich für ein Crowdfunding über www.visionbakery.de entschieden. Das heißt: Viele kleine Beträge summieren sich zur benötigten Gesamtsumme! Der Haken dabei ist folgender: Wenn das Spendenziel nicht erreicht wird, gehen die gesammelten Spenden komplett zurück an die Spenderinnen und Spender! Die Mundräuber, die in den letzten Jahren eine unfassbare Energie in die Plattform gesteckt haben, würden nicht nur das Handbuch nicht umsetzen können, sondern auch die bereits eingesammelten Mittel wieder zurückgeben. Und ehrlich gesagt: Ich will meine Spende nicht zurück!

Mundraub ist auf Platz 1 der meistunterstützten Projekte auf der Visionbakery. Viel ist zusammen gekommen. Aber es reicht nicht. Jetzt zählt jeder Euro. Das Projekt läuft in wenigen Tagen aus, am 18.11. um 16:30:31 MEZ und es fehlen noch ca. 43 % der benötigten Summe. Konkret 2.000 €. 

Die Mundräuber brauchen also nur 200 Menschen, die 10 Euro spenden. HIER.

Helft! Macht mit. Verlinkt. Spendet. Empfehlt. Twittert. Spendet. JETZT!

Gemeinsame Ökonomie hoch 2

Gastbeitrag von Sigrun Preissing und Gottfried Schubert

Am letzten Oktoberwochenende 2012 trafen sich 30 Menschen in Kassel zu einem Austausch über die Erfahrungen, Probleme und Lösungsansätze in ihren Gemeinsamen Ökonomien und Finanzkooperativen. Großen Anklang fand die Idee, Gemeinsame Ökonomien von Finanzkoops, Kommunen und nicht-kommerziellen Zusammenschlüssen zu einer großen gemeinsamen Ökonomie zu verbinden: GemÖk hoch zwei – GemÖk². Die Entwicklung eines umsetzbaren Modells geht weiter am 10.-12.2.2012 in Kirchvers bei Gießen.

Finanzkooperativen und Gemeinsame Ökonomien in der neuen Dimension

30 Menschen die sich kaum kennen, ein selbstverwalteter Veranstaltungsort und eineinhalb Tage Zusammenarbeit: die Feedbackrunde am Sonntag Nachmittag zeigte, dass viele der TeilnehmerInnen weit mehr positive Erlebnisse, Kontakte, Anregungen und Ergebnisse mit nach Hause nahmen als sie erwartet hatten. Schon die intensive Vorstellungsrunde am Samstag morgen machte klar, dass sich eine Vielzahl an sehr unterschiedlichen Finanzkooperativen und Gemeinsamen Ökonomien zur Vernetzung versammelt hatte. Da  Finanzkoops und GemÖks in der Regel im Privaten agieren und in der Öffentlichkeit wenig sichtbar sind, konnten zahlreiche neue Bekanntschaften gemacht werden.

Die Formen und Modelle, individuelle Einkünfte gemeinsam zu nutzen waren vielseitig: mal zwei, mal 80 Leute in einer Gruppe teilten sich nur ein Konto oder viele Einzelkonten. Manche Gruppen legten ihre Einkünfe zusammen um den Alltag zu bestreiten (Alltagsökonomie), einige auch Erbschaften, Rücklagen und Schulden (Vermögensökonomie). Menschen, die mit ihrer GemÖk in gemeinsamen Gebäuden wohnen, staunten über Praxen von Gruppen, deren Mitglieder in unterschiedlichen Regionen leben. Mit dabei waren auch… Den Rest des Beitrags lesen »

Hände weg von Yasuni. Bürger bewegen den Haushaltsausschuß!

Eigentlich ist es doch ganz einfach: Was ist die effizienteste Methode, um CO2 Emissionen zu senken (da war doch was mit Klimawandel), Regenwälder am Leben zu lassen, Menschen nicht zu vertreiben sowie langristige Folgekosten für die Umwelt und die ohnehin ächzenden Haushaltskassen zu vermeiden?

Richtig: Das Öl im Boden lassen! Ecuador will auf 20% seiner Erdöleinnahmen verzichten indem es nicht zulässt, dass in einem megabiodiversen Regenwaldgebiet nach Öl gebohrt wird. Dafür bittet Ecuador um internationale Unterstützung in Höhe von 50% der entgangenen Einnahmen, die aber nicht die Regierung bekommt, sondern von einem unabhängigen Trust verwaltet wird, der bei UNEP angesiedelt ist.

Ganz einfach! Aber nicht alle machen mit. Vor allem: nicht alle deutschen Beamten.

Wie lange warte ich schon darauf, dass Avaaz das Thema des Yasuni-Nationalparks auf die Agenda setzt. Avaaz hat über 10 Millionen Mitglieder, davon einige Hundertausend in Deutschland. Und auf die kommt es jetzt an. Am Donnerstag, den 10.11., tagt der Haushaltsausschuß im Bundestag. Er kann dort Gelder für ein innovatives globales Commons-Projekt freigeben, das vom BMZ (früher hatte das mal was mit Entwicklung zu tun) blockiert wird. Deshalb: Beteiligt Euch bitte an dieser Aktion.

Einfacher als bei Avaaz ist „Bewegung“ nicht zu haben.

Zur Unterzeichung!

PS: am 8. November 16.30 Uhr: Schon 60.250 Unterschriften!  Weiter so!

PPS: am 10. November 11.36 Uhr: Heute ist besagte Sitzung im Haushaltsausschuss und es sind schon 110.282 Unterschriften und der Ticker läuft munter weiter!

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