Unser Nachbarblog keimform.de meldet sich momentan mit der Zeile „Wir wurden gehackt und reparieren gerade.“ Wir hoffen nichts Ernstes, sondern lediglich eine harmlose Erkältung … .
Unser Nachbarblog keimform.de meldet sich momentan mit der Zeile „Wir wurden gehackt und reparieren gerade.“ Wir hoffen nichts Ernstes, sondern lediglich eine harmlose Erkältung … .
Das Bayerische Verwaltungsgericht in München hat nach einem Bereicht der Süddeutschen Zeitung bekannt gegeben, dass die südamerikanische Pflanze Stevia rebaudiana (zu deutsch Honigkraut) weiterhin von der Andechser Molkerei Scheitz als Süßungsmittel für Biojoghurt benutzt werden darf. Eigentlich keine so ungewöhnliche Meldung, die ich vermutlich gar nicht gelesen hätte, wenn mir das Thema nicht letzten Freitag in Oberbayern schon einmal zufällig über den Weg gelaufen wäre. Verblüffend fand ich aber die folgende Passage am Ende dieses Artikels: Ebenfalls darf nach der Entscheidung das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit keine Meldung in das europaweite Schnellwarnsystem einstellen. Nach Angaben der Zeitung dient dieses Schnellwarnsystem dazu, Behörden und Verbraucher in der EU vor gefährlichen Lebensmitteln zu warnen. Eine Meldung in diesem System, so endet der Bericht, führe in der Regel dazu, dass sich Verbraucher vom gesamten Sortiment eines Lebensmittelproduzenten abwenden. Für mittelständische Betriebe könne dies das Aus bedeuten.
Die Tragik der Almente wird nirgendwo deutlicher, als auf dem Münchner Oktoberfest. Wer dort hinschleicht und zwischen Maß und Haxn eine Almente sucht, der ist auf dem Holzweg. Alles was es hier gibt, stammt vom Almhendl oder vom Almschwein. Ente sucht man hier vergeblich. Auch ansonsten birgt eine Exkursion auf die Münchner Wiesn an einem so schönen Wochenende ein beträchtliches Risiko: Wenn man sich nämlich von seinem Paparazzi dabei erwischen lässt, wie man beide Hände benötigt um eine Maß Bier zu trinken, dann landet man damit leicht im eigenen Blog.
Eine Tagung zur Zukunft der Landwirtschaft.
Wann: 14. bis 16. Oktober 2011
Wo: Jugendbildungsstätte Hirschluch, 15859 Storkow/Mark
Weltweit wird am 16. Oktober zum Welternährungstag daran erinnert, dass fast eine Milliarde Menschen nicht ausreichend mit Lebensmitteln versorgt sind. Der Kampf gegen den weltweiten Hunger stellt eine der größten Herausforderungen der Menschheit dar. Doch die Weltmarktpreise für Weizen, Mais und Reis sind so hoch, wie seit zwanzig Jahren nicht mehr. Während Spekulanten an den explodierenden Nahrungsmittelpreisen kräftig verdienen, sind die Ärmsten der Welt die Leidtragenden. Immer mehr Menschen können sich selbst Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten.
Anlässlich des Welternährungstags fragen wir auf der INKOTA-Herbsttagung, mit welchen Konzepten die Welternährung in Zukunft gesichert werden kann. Kann eine bäuerliche und ökologische Landwirtschaft die Welt ernähren? Oder brauchen wir eine Ausweitung der industriellen Produktion? Wer wird in Zukunft bestimmen, was auf unseren Teller kommt und wie wirkt sich die europäische Agrarpolitik auf die Menschen in den Entwicklungsländern aus? Welche Landwirtschaft hat Zukunft?
Mit internationalen Gästen, Diskussionen und Arbeitgruppen zu folgenden Themen:
Anmeldung unter: www.inkota.de/aktuelles/anmeldung-herbsttagung
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Evelyn Bahn
Projektleitung Welternährung
INKOTA-netzwerk
Chrysanthemenstraße 1-3
10407 Berlin
Tel.: 030 – 42 08 20 20 / Durchwahl: 030 – 42 08 20 255
Fax.: 030 – 42 08 20 210
www.inkota.de
Buen Vivir. Sumak Kwasay. Wer wollte das nicht? Gut Leben! In Lateinamerika wird das Konzept des Buen Vivir derzeit intensiv diskutiert. Insbesondere in den Andenländern Bolivien und Ecuador. Wie konkret die Idee des Buen Vivir gelebt wird oder gelebt werden kann, ist mir noch nicht wirklich klar. Klar aber ist, dass es weniger darum geht, in der Sonne zu liegen und sich den Bauch zu kratzen.
Die ILA hatte mich gebeten, einen Artikel zum aktuellen Schwerpunkt beizusteuern, denn die Redaktion fand: Da gäbe es „zwei sich ergänzende Konzepte jenseits der Verwertungslogik“. Commons und Buen Vivir. Stimmt. Ich habe also zugesagt, und teile hier das Ergebnis:
Gemeingüter und buen vivir
Zwei sich ergänzende Konzepte jenseits der Verwertungslogik
von Silke Helfrich
Etwas vorwitzig schiebt sich die Pointe des Almadies in Richtung Karibik. Die Spitze auf der afrikanischen Landkarte liegt weit weg vom turbulenten Dakar. Selbst wenn dieser Ort den Charme eines Parkplatzes hätte, er wäre schon wegen der außergewöhnlichen Lage eine Reise wert. Schließlich ist die Pointe des Almadies der westlichste Zipfel Afrikas. Und dennoch ist kaum jemand dort, denn auch dieses Stückchen Erde ist eingezäunt. Rote Ziegelmauern umgeben das Areal des ehemaligen Club Mediterranée, sie versperren den geldlosen Zugang. Gustavo und ich haben gezahlt, wir sitzen innerhalb der Mauern des heute von Senegalesen geführten Hotel des Almadies; gemeinsam mit der vorwiegend brasilianischen Delegation, die hier für das 10. Weltsozialforum (WSF) ihr Lager aufgeschlagen hatte.
Gustavo Soto Santiestéban, vom Zentrum für Wirtschaftliche, Soziale, Kulturelle und Umweltrechte CEADESCA in Cochabamba/Bolivien, ist ein bärtig-bissiger Intellektueller, ein Aktivist der sozialen Bewegungen, der der Regierung von Evo Morales kritisch auf die Finger schaut. Soto legt seinen Finger in die Wunde. Megaverkehrsprojekte für Güter statt für Menschen, neue Bergbauprojekte und Staudämme bis weit hinein in die Amazonasregion – verbunden mit zweifelhaften Fortschrittsversprechen, die altbekannte Breschen in die Lebenswelten der Bevölkerung schlagen. Zugleich wurde das buen vivir in die bolivianische Verfassung geschrieben. „Cómo se come eso?“ “Wie isst man das?”, pflegt man in Lateinamerika zu fragen. Wie geht das zusammen? Sollte ein „Gutes Leben“ tatsächlich nur in Verbindung mit und finanziert durch einen “Neuen Extraktivismus” denkbar sein? Den Rest des Beitrags lesen »
Gastbeitrag von Gerhard Scherhorn
Steht die Wachstumskritik wirklich im Dienst des Großkapitals?*
Erwiderung auf den Artikel „Wo die Wachstumskritiker landen“ von Lucas Zeise in Heft 4/2011 der Marxistischen Blätter.
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„Wer in der wirtschaftspolitischen Auseinandersetzung gegen die Förderung des Wachstums plädiert, schlägt sich auf die Seite des Großkapitals“ – so Lucas Zeise in den Marxistischen Blättern 4/2011.
Wachstumskritik, so meint der Autor, liege besonders in Deutschland ganz im Interesse der ungehemmten Kapitalakkumulation, weil sie den politischen Kurs unterstützt, durch den „die Konsumnachfrage im Inland gering gehalten wird, die Löhne unter dem Zuwachs der Produktivität bleiben und damit die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen auf dem Weltmarkt gefördert wird.“ Wer für niedriges Wachstum plädiert, o h n e d i e s e m K u r s z u w i d e r s p r e c h e n , „tritt ein für hohe Erwerbslosigkeit, soziales Elend und eine Schwächung gewerkschaftlicher Gegenmacht“ und trägt dazu bei, dass die Kapitalakkumulation voranschreitet. Denn „dank niedriger Lohnkosten, dank demzufolge geringer Nachfrage im Inland und entsprechend geringer Inflation steigen trotz mäßiger Investitionen im Inland die Exporte, der Exportüberschuss und vor allem die Unternehmergewinne,“ der entstehende Kapitalüberschuss „wird vorwiegend im Ausland investiert.“
Das ist ein Zerrbild der Wachstumskritik. Ein gescheites Zerrbild, wie viele Karikaturen. Es kann die nützliche Funktion haben, Wachstumskritikern vor Augen zu führen, in welche Nachbarschaft sie geraten können, wenn sie nicht entschieden genug klarstellen, dass sie die Wachstumsorientierung deshalb kritisieren, weil – und insoweit – das Wirtschaftswachstum auf dem Verzehr der allen gemeinsamen Lebens- und Produktionsgrundlagen aufgebaut ist. Den Rest des Beitrags lesen »
Auf dem Kampnagel Festival in Hamburg hat Ilona Koglin mir eine einfache Frage gestellt: Was sind Commons und warum brauchen wir sie? Ich habe versucht, diese Frage zu beantworten und was das mit der Mammutjagd, mit Robin Hood und mit modernen Lebens- und Gesellschaftskonzeptionen zu tun hat.
Hier kann man das Interview nachhören, es ist gut 20 Minuten lang und schlägt einen großen Bogen vom Definitionsversuch bis zur eigenen Praxis.