Egoismus als selbsterfüllende Prophezeihung

“Ob jemand mit einem anderen Menschen kooperiert, ist von seiner Erwartungshaltung abhängig”, so resümiert die WELT die jüngsten Forschungsergebnisse des Bonner Max Planck Instituts zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern. Wer also Egoismus im Kopf hat und / oder andere gering schätzt, tendiert dazu, eigennützige Entscheidungen zu treffen und / oder Menschen zu begegnen die selbiges tun. In anderen Worten: Unser Menschenbild erzeugt die dazu passende Realität.

In Gemeinwohlspielen wollten die Forscher des MPI im interkulturellen Vergleich unter anderem der Theorie der “zerbrochenen Fensterscheibe” nachgehen. Sie besagt, sehr kurz gefasst, … Den Rest des Beitrags lesen »

Wie digitale Commons die Obstallmende düngen

Wir können jetzt nicht warten, die Kirschen sind bald reif,” so motiviert Mundräuber Mirco ein Dutzend Mundraub-Novizen.

Mundraub: Das ist ein Projekt bei dem klar wird, dass wir die digitalen und natürlichen Gemeingüter kreativ miteinander verbinden können. Die Plattform macht klar, wie die phantastischen Internet-Vernetzungswerkzeuge  uns helfen, die Gemeingüter der Natur und des Sozialen  sicht- und nutzbar zu machen.

„Mein Lieblingsbaum in Berlin steht direkt an der Warschauer Brücke. Es ist ein Aprikosenbaum und irgendwie hat ihn bisher niemand gesehen.“, erklärt Mirco. “Mundraub hat letztlich dazu beigetragen, dass es Orte gibt, die es früher gar nicht gab, weil sie einfach nicht ‘gesehen’ wurden. Durch unsere tags machen wir sie wieder sichtbar.“

So ist es. Die Mundräuber kenne ich schon länger. Persönlich begegnet bin ich ihnen zum ersten Mal im so genannten Wirkcamp von Synagieren am vergangenen Wochenende in Jena. Dieses Camp hat getan, was es versprach. Es wirkte! Den Rest des Beitrags lesen »

Was öffentlich war, muss öffentlich bleiben – sagt die Deutsche UNESCO-Kommission

Die Deutsche UNESCO-Kommission hat eine Resolution zur Bewahrung, Nutzung und Förderung der Gemeingüter veröffentlicht. Ich finde, sie ist gar nicht so schlecht geraten. Man stelle sich nur mal vor, wer da alles mitredet. PolitikerInnen aller Couleur, Ministerien, die Kommission selbst, Sachverständige – ebenfalls aller Couleur. Das ist demnach ein Konsenspapier. Und als solches ist es bemerkenswert. Zitierfähig in viele Himmelsrichtungen. Interessant scheinen mir die Nutzung des Knappheitsbegriffs, die sehr konkreten Forderungen hinsichtlich des öffentlichen Zugangs zu Wissen und der Nutzung freier Lizenzen sowie die Tatsache, dass Gemeingüter aus allen Sphären in den Blick genommen werden, obwohl die Resolution auf den kulturellen Bereich konzentriert ist. Das steht einer UNESCO-Kommission, die für unser natürliches wie kulturelles Erbe treuhänderische Verantwortung übernimmt,  gut zu Gesicht.

Hier das vollständige Dokument. Und im Folgenden einige Auszüge: Den Rest des Beitrags lesen »

Öffentliche Güter sind eine Schimäre

Seit wenigen Tagen ist dieses Büchlein zu haben: Elinor Ostrom: Was mehr wird, wenn wir teilen. Auf die Resonanz bin ich gespannt. Mein Vorwort endet mit den Sätzen:

Wetten wir, dass Sie beim Anblick von Kastanien fortan an die Allmende denken? Es würde mich freuen“

Na, neugierig geworden? Die Monde Diplomatique hat in ihrer letzten Printausgabe einen Vorabdruck veröffentlicht und sich darin auch für einen Auszug aus dem Glossar entschieden, das nicht nur verfasst wurde, um Fachbegriffe zu klären, sondern auch, um die von Ostrom angesprochenen Themen einzuordnen oder deren Aktualität zu unterstreichen.

Einer der auch in der Monde Diplomatique abgedruckten Glossar-Artikel ist – so vermute ich – insbesondere für Ökonomen etwas provokant. Ich stelle ihn hier zur weiteren Debatte zur Verfügung. Es geht um „Öffentliche Güter“:

„Es sei sehr schwer, so die Zunft der Wirtschaftswissenschaftler, jemanden von der Nutzung eines öffentlichen Gutes auszuschließen. Den Rest des Beitrags lesen »

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