Vielfalt bedeutet Lebensqualität. Vielfalt der Kultur, der Sprachen und Dialekte, der Nahrungsmittel. Vielfalt der Berufe, der Ideen und der Geschmäcker. Vielfalt der Farben, der Gerüche und Aromen, der handwerklichen Fertigkeiten. Vielfalt der Arten in den Biotopen der Welt, vom heimischen Gemüsebeet bis hin zum tropischen Regenwald. Schon meine Großmutter mahnte, ich solle mich abwechslungsreich ernähren – ein Vorsatz, der zu Zeiten der Industrialisierung der Lebensmittelproduktion und des Gentechnisierung von Saatgut und Zuchttieren zunehmend schwieriger wird. Mit der Vielfalt berauben wir uns eines unserer wichtigsten Gemeingüter. Viele empfinden diesen Verlust als Bedrohung, aber wenige sehen wirkungsvolle Strategien diesen Trend einzudämmen oder gar umzukehren. Neue Anstösse hierzu könnten aus der Betrachtung biologischer Prozess kommen, auch wenn wir uns (schon aus historischen Gründen) vor einer Biologisierung gesellschaftlicher Prozesse hüten sollten.
Während sich die Welt der Commons meist um Grundelemente des Lebens wie Trinkwasser, Atemluft, Saatgut und intellektuelles Eigentum zu drehen scheint, stolpere ich von einer Kleinigkeit zur anderen und komme mir vor, als klage ich auf höchstem Niveau. Aber muss man wirklich jeden Mist essen, nur um nicht zu klagen, weil man sich auf hohem Niveau befindet? Ausgerechnet im mexikanischen Monterrey, mit dessen Bohnengerichten ich mich am liebsten totschiessen lassen würde, um mir das Essen zu ersparen, ging mir wieder mal ein liebgehabter Nationalstolz flöten.