„Wer im Lärm lebt, ist arm…

und wer arm ist, lebt im Lärm.“ „Der Körper ist das Schlachtfeld gesellschaftlicher Auseinandersetzung.“

Wir sind zum Hören verurteilt. Wir müssen an vielen Orten Dinge hören, die uns nicht gefallen, um die wir nicht gebeten haben oder die einfach nur zu laut sind. Es müsste ein Recht auf kostenlosen Zugang zu Oropax geben; man merkt ich gehöre zu jenen, die sich ein Open Air Konzert am liebsten vom gegenüberliegenden Café aus anhören – immer noch deftig genug. „Was wäre eigentlich, wenn wir täglich ungebetenerweise so viel in den Mund gestopft bekämen wie in die Ohren?“ Den Rest des Beitrags lesen »

Urbanes Gärtnern ist hipp

Nachbarschaftsgärten, Interkulturelle Gärten,  Guerilla Gardens: Überall boomt die Lust am Eigenanbau. Welche neuen Formen des städtischen Gärtnerns in den letzten Jahren entstanden sind und was sie über mögliche Zukünfte der Stadt aussagen, damit beschäftigt sich die Tagung „Urbane Landwirtschaft und Gärten. Zur Zukunft der Stadt“ vom 23. bis 25. Oktober 2009 der Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis in der Evangelischen Akademie Tutzing.

Urbane Landwirtschaft: Das heißt, ein Stück soziales Gemeingut in die Städte zurückholen. Denn da geht es nicht, nicht einmal vorwiegend, ums Gärtnern, sondern um Stadtökologie, Belebung der Nachbarschaft, um Ernährungssouveränität oder Gesundheit… Kurz: es geht um bessere Lebensbedingungen, um die man sich auf einfache Weise mit anderen kümmert.

Es geht aber auch darum, die Frage nach den Nutzungsrechten am Boden neu zu stellen. Gärtner ist eben brisanter als es klingt.

Programm und Infos

Mehr zum Thema auf dem Commonsblog:

„Thüringen wird zum Vorbildland für Freie Software“

.. das jedenfalls wollen die Thüringer Piraten und die hiesigen Grünen. Die  Noch-Kleinstpartei hat mit der Kleinpartei , ein gemeinsames Positionspapier veröffenticht. (Die Thüringer Grünen waren bisher einmal im Landtag vertreten – gleich nach ’89 -  und auch für den 30. August sind keine Wunder zu erwarten.) Kann gar nix schaden, wenn sich die Grünen über diese Kooperation jetzt verstärkt „Piratenthemen“ zuwenden. Und umgekehrt, versteht sich!

Richtig gut finde ich, dass  im Abschnitt zur Freien Software auf die Situation  in den Schulen und Kindergärten(!) hinweisen wird: da läuft Kundenbindung für Microsoft.

Hier der Auszug, der der „Vorbildland“überschrift folgt: Den Rest des Beitrags lesen »

Boden ist unverkäuflich: für ein gemeingüterbasiertes Bodenrecht

Auf dieser Grafik (Quelle) liegt Jena zwar nicht unter dem einzigen Türmchen im Osten, aber ich vermute, so eine  Einpunktpyramide war schwer zu zeichnen. Nehme an, die exorbitanten Bodenpreise der 100.000 Einwohnerstadt wurden durch jene der näheren Umgebung nivelliert. Sollte es so etwas wie Bodenpreise überhaupt geben?

„Ein Unternehmen ist ein verkäuflicher Vermögensggegenstand geworden und ebenso verhält es sich mit dem Boden. Auf diese Weise hat sich die moderne Fruchtfolge gebildet: Weizen, Zuckerrüben, Bauland.“

schreibt Christoph Strawe in „Grundzüge eines modernen Bodenrechts“ (Theorie und Praxis für einen anderen Umgang mit Grund und Boden, Hrsg:  2006, auch hier als pdf verfügbar)

Die Herausgeber, Stiftung Trias und Stiftung E. Maryon, formulieren:

Der Grund und Boden kann nicht Gegenstand des Eigentums, nicht Gegenstand des Kaufs und Verkaufs sein, so wenig wie Wasser, Luft und Sonnenschein.“

Dieser Reim geht weder in der Poesie noch in der Praxis auf. Boden ist zum hochspekulativen Investitionsobjekt geworden… Den Rest des Beitrags lesen »

Gemeingüterdebatte in der monde diplomatique

Der gesamte Artikel der monde diplomatique zu Gemeingütern („Sherwood Forest ist überall“) inkl. einer intensiven Auseinandersetzung mit unserem Buch ist jetzt komplett online. Ich habe mich hier schon dazu geäußert. Aus dem Artikel:

„Ein besseres Vorbild als den weltweit bekannten und beliebten Robin Hood könnten also die heutigen Vorkämpfer für die „Commons“, die Gemeingüter, nicht haben. Denn am Beginn des 21. Jahrhunderts erreicht die Auseinandersetzung darüber, welche Güter öffentlich und welche privat sind, wer von ihnen profitiert und wer ausgesperrt bleibt, einen neuen Höhepunkt.“

Viel Spaß beim Lesen!

Wenn Unternehmen und Institutionen twittern

Gemeine-Peer-Produktion meint:free permissionless self aggregation around common projects“.

Also ein Arbeitsprozess, in dem jeder beitragen kann, ohne permanent einen Vor-Gesetzten um Erlaubnis fragen oder sich durch einen Vorschriftentunnel wühlen zu müssen. Wie innovationsfreundlich indes eine Kultur ist, in der man beides tun muß, beschreibt filmreif diese kleine Sequenz. Danke an Trendopfer, wo es auch viele lesenswerte Kommentare gibt.

Und nun: Gute Unterhaltung!

Betreff: Tweet #1

Freitag, 10:01 Uhr

Lieber F., bezugnehmend auf unsere Besprechung von Montag letzter Woche, schicke ich dir nun den Tweet mit der Bitte um Veröffentlichung. Wir haben uns an die Zeichenzahl 140 gehalten.

Bei Rückfragen stehen wir dir gern zur Verfügung.

Viele Grüße H.

Re: Tweet #1

Freitag, 10:15 Uhr

Lieber H., danke für deine Mail. Leider hast du den Tweet vergessen…

Gruß F.

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Synthetische Biologie: die vollautomatische Produktion des Lebens

Heute ein weiterer Beitrag zum Ersten Internationalen Strategietreffen „The Future of the Commons“ in Crottdorf. (Teil 7, min 31ff) Dieses Mal zur Debatte über Synthetische Biologie und Geo-engineering (Wie bitte?)

Der Input ist von Pat Mooney, dessen Beitrag zur Nanotech ich bereits dokumentiert habe. Auch heute nur in englischer Sprache. Kurze Reflektion dazu auf deutsch kommt morgen. Los geht’s. Im Wortsinn aufregende Lektüre wünsch ich!

„The next is Synthetic Biology… or Nanobiotechnology, which really works on the same scale. In Synthetic Biology the idea of moving one gene from a species to another is rather absurd, because, over the last decade we’ve learned a lot about DNA and proteins and RNA. Our sense of how things work has changed dramatically. Den Rest des Beitrags lesen »

La Provence: Einkommensparadies?

Nein. Ich habe nicht den Eindruck, die 2000-Seelen-Gemeinde Buis-les-Baronnies, in die es mich nach Jahren zufällig wieder einmal verschlagen hat, sei ein expliziter Rückzugsort für Einkommensmillionäre. Im Gegenteil. Ich habe eher den Eindruck, als komme der Ort gerade eben so über die Runden. Was mich eher anspringt, ist dieses flüchtige Gefühl, Buis-les-Baronnies sei zwar kein Einkommensparadies, aber vielleicht Ein Commonsparadies … So ein ganz kleines zumindest?

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Gemeingüter – Bindeglied einer starken sozialen Bewegung

Erhellender Keimform-Beitrag von Benni zur strategischen Bedeutung der Commonsdebatte für soziale Bewegungen.

„Konservative erfreut das bewahrende und gemeinschaftliche an den commons, Liberale erfreut die Staatsferne und nicht völlige Marktinkompatibilität, Anarchisten die Selbstorganisation, Sozialisten und Kommunisten der gemeinsam kontrollierte Besitz. Die Anwendbarkeit von Commons-Theorien erstreckt sich in fast alle Bereiche heutiger Bewegungen und in allen derzeitigen Krisen spielen die Commons eine wichtige Rolle. Schließlich gibt es eine Vielfalt an Theorien zu den Commons, man fängt also nicht von vorne an.“ …

„Die Commons-Strategie kann nur dann funktionieren, wenn sie eine überzeugende Antwort auf die Widersprüche der Zeit hat. Das hat sie aus zwei Gründen:

  1. Die Commons sind bedroht wie lange nicht mehr. Das liegt meiner Meinung nach an der hegemonialen Krise des Kapitalismus. Er kann sich nicht mehr angemessen verwerten und ist deswegen auf verstärkte ursprüngliche Akkumulation angewiesen.
  2. Die Commons sind so mächtig wie lange nicht mehr. Das liegt vor allem am Strukturwandel der Öffentlichkeit, die immer mehr nach Commonsprinzipien funktioniert und immer mehr auf funktionierende Commons angewiesen ist.“

Unbedingt lesen und allen sozial Bewegten weitersagen…

Was haben Gemeingüter mit den Liegestühlen eines Kreuzfahrtschiffs gemeinsam?e

Dauerhafte Besetzung bringt Ärger! Die Sache ist so:

„Ein Schiff kreuzt von Hafen zu Hafen. Der einzige Luxus sind einige Liegestühle. Es gab etwa ein Drittel soviel wie Passagiere. In den ersten Tagen wechselten die Liegestühle ständig ihre Besitzer. Sobald jemand aufstand, galt der Liegestuhl als frei. Belegsymbole wurden nicht anerkannt. Diese Übung setzte sich vollkommen durch und erwies sich als zweckmäßig. Ein Gebrauchsgut, dass in begrenzter Zahl zur Verfügung stand, wurde nicht knapp. Nach der Ausfahrt aus einem Hafen, … Den Rest des Beitrags lesen »

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