Es ist faszinierend. Über Gemeinschaftsgüter (commons) nachdenken heißt, auf Altbekanntes in anderer Weise zu schauen. Oder wären Sie auf die Idee gekommen, sich zu fragen, wem eigentlich die Stille gehört? Wer sich das Recht – oder die Dreistigkeit- herausnimmt, Stille in öffentlichen Räumen abzuschaffen?
Ich habe einige Jahre in Mexiko City gelebt. Dort kommt beschallungsfreier öffentlicher Raum gar nicht mehr vor. Die Flugzeuge dröhnen im 10 Minutentakt über die Wohngebiete. Jeder Kleinhändler versucht, mit einem Mehr an Dezibel ein Stück der knappen Aufmerksamkeit der reizüberfluteten “Kunden” zu erhaschen. 5 Millionen Fahrzeuge verpesten nicht nur die ohnehin gesundheitsgefährdende Luft, sondern sie sind ob des Lärms auch eine Zumutung für die psychische Gesundheit der chilangos, der EinwohnerInnen von Mexiko City. Diese wiederum scheinen keine andere Chance zu haben, als einfach drüber weg zu hören.
Stille kann man in Mexiko City und anderswo nur noch haben, wenn man sie kauft. Wie jede andere beliebige Ware. So haben sich zum Beispiel Wellness Hotels darauf spezialisiert, Geräusche aus der Umgebung des Gastes zu verbannen. Mit Spa lässt sich gut Geld verdienen. Rundrum wird es trotzdem nicht still.
Foto: by chicagoceli on flickr

29. Dezember 2007 um 13:15
[...] Dezember 2007 von Silke Helfrich Einer der ersten Beiträge auf diesem Blog handelte von der Stille als Gemeinschaftsgut. Eines, das man in Mexiko City, wo ich drei Jahre gelebt habe, nur noch gegen Geld kriegen kann. [...]
13. August 2008 um 12:20
[...] commons” (such as the internet) or to claim as commons things not always seen that way. Silence, for example, should arguably be seen as a commons, because if one person interrupts it, there is [...]
9. September 2008 um 18:12
[...] die Eindämmung von Nutzungskonflikten und negativen Erscheinungen wie Unsicherheit, Littering und Ruhestörung. … Um sich nicht in Einzelmassnahmen zu verlieren, ist ein Blick für das Ganze gefragt, der [...]