Pro Zukunft

Das ist der Titel einer Zeitschrift, in deren jüngster Ausgabe es eine lange Rezension von „Wem gehört die Welt“ gibt. Leider kann ich den Beitrag nicht verlinken, da er nicht online ist. Aber er steht in der richtigen Zeitschrift! Die Quartalszeitschrift analysiert „Bücher zu aktuellen Zukunftsthemen.“

Besonders freut mich, dass die gewählte Übersetzung (Gemeingüter) doch gut aufzugehen scheint. Diese Erfahrung habe ich in letzter Zeit öfter gemacht. Manchmal, so scheint mir, kommt es nur darauf an, mit welcher Konsequenz und Bestimmtheit man manche Dinge sagt.
Zu Recht kritisiert der Rezensent das klassische „alle Rechte vorbehalten“ der Printausgabe. Aber immerhin haben wir ja CC für die Onlineausgabe geschafft. Und überhaupt: ES GIBT EINE KOMPLETTE ONLINEAUSGABE. Das ist derzeit noch alles andere als selbstverständlich.
Am Ende der Rezension steht: „Sich auf die dargebotene Menufolge einzulassen, ist gleichermaßen anregend wie dauerhaft erquickend … :-) :-)

Creative Commons für Abgeordnete

„In Deutschland gibt es inzwischen mehrere namhafte Beispiele einer praktischen Anwendung von CC-Lizenzen: So sind die Inhalte bei Wikipedia und Netzwelt.de mit CC-Lizenzen ausgestattet. Das Bundesarchiv stellt der Öffentlichkeit mehr als 100.000 Bilder unter einer freien CC-Lizenz zur Verfügung. Auch Fernsehsendungen wie „Elektrischer Reporter“ (ZDF) sowie „Extra 3“ und „Zapp“ (NDR) sind im Internet unter einer CC-Lizenz zu finden….“

Das erfahren die deutschen Bundestagsabgeordneten und alle jene, die es sonst noch wissen wollen, im letzten Absatz dieses Zweiseiters: Titel: Aktueller Begriff: CREATIVE COMMONS. Der Wissenschaftlichen Dienst fasst gut verständlich zusammen, worum es bei den alternativen Lizenzen geht. O-Ton: Es sei eine Idee,

die Nutzern eine höhere Transparenz und Urhebern eine bessere Ausschöpfung ihrer Rechte verspricht.“ BINGO!

Hoffen wir mal, dass es in spätestens 2 Jahren einen Zweiseiter gibt mit dem Titel: „Aktueller Begriff: Gemeingüter“. (via)

Foto: Jakob B.

Lesezeit: Gemeingüter

Wir produzieren derzeit eine kleine Videoserie – mit großartiger Unterstützung von Arne Petrich/Politopolis. Ich lese Abschnitte aus Wem gehört die Welt?. Heute: Worum geht’s und was haben Gemeingüter mit Robin Hood zu tun?

Später geht es weiter mit Geschichten aus neuen Publikationen. Viel Spaß beim Zuhören!

Mehr Videos zum Thema in deutscher, englischer und spanischer Sprache auf dem youtube Kanal CommonsDeutschland.

Bundestagspetition: Open Access

Es ist ganz einfach: „Was öffentlich finanziert ist, muss öffentlich zugänglich bleiben.“ So steht es in diesem Manifest. Der Wissenschaftsblogger Lars Fischer hat in diesem Sinne eine ePetition beim Bundestag eingereicht. Der Titel, Wissenschaft und Forschung – Kostenloser Erwerb wissenschaftlicher Publikationen, scheint mir zwar etwas unglücklich, aber das Anliegen nicht. In der Petition heißt es:

„Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass wissenschaftliche Publikationen, die aus öffentlich geförderter Forschung hervorgehen, allen Bürgern kostenfrei zugänglich sein müssen. Institutionen, die staatliche Forschungsgelder autonom verwalten, soll der Bundestag auffordern, entsprechende Vorschriften zu erlassen und die technischen Voraussetzungen zu schaffen.“

Hier einige Anmerkungen zu Sinn und Entstehungsgeschichte der Petition und hier geht’s zur Unterzeichnung bis zum 22. 12.2009 . (Anmeldung ist schnell erledigt.) Begründet wird der Antrag damit, dass … Den Rest des Beitrags lesen »

Buchvorstellung in Jena: Wem gehört die Welt?

Im Rahmen des Festivals der Fünf Sinne des Iberoamerica e.V. (Titel passt richtig gut), stelle ich am Mittwoch, den 18.11. um 19.00 auf dem Campus der FSU, Carl-Zeiß-Str. 3, Hörsaal 5 das Buch ‘Wem gehört die Welt? Zur Wiederentdeckung der Gemeingüter’ vor, mit aktuellen Beiträgen aus der internationalen Commonsdiskussion.

Besonders freue ich mich auf die Diskussion mit Professor Klaus Dörre, einem der führenden Soziologen dieser Republik von der FSU Jena.

Hier geht’s zur Ankündigung. Weitersagen!

Rezept für einen Stollen, den Oma Leni noch „Dresdner Christstollen“ nennen durfte

Stollen BildJahrelang dachte ich, man sollte das Stollenrezept meiner Großmutter Helene patentieren lassen. Ich bin mir sicher, es ist das definitiv beste Stollenrezept der Welt! Meiner Welt zumindest. Gestern kam mir diese Idee plötzlich wieder in den Sinn. Was für ein absurder Gedanke, ein Stollenrezept zu patentieren. Was wäre denn der Effekt eines solchen Patents? Jeder, der ein Stück Stollen zu Weihnachten äße, müsste Lizenzgebühren an mich bezahlen. Falls es mir in den Kram passte, könnte ich das Backen und Essen von Stollen dieses Jahr überhaupt verbieten und einfach niemandem eine Lizenz erteilen. Als ob es mir irgendwie nützen würde, wenn keiner einen Stollen nach dem Rezept meiner Großmutter bäckt. Ich habe das Rezept ja nicht einmal erfunden. Ich habe es geerbt, von meiner Großmutter und die wiederum von ihrer Urgroßmutter oder weiss der Teufel von wem. Wer weiss, ob es überhaupt einen Erfinder des Dresdner Christstollens gibt? Auf jedenfall müsste ich eine Gesellschaft für Christstollen Backrechte (GECHBA) gründen, deren Mitarbeiter zur Weihnachtszeit an sämtlichen Haustüren klopfen und Gebühren eintreiben … oder so ähnlich hatte ich diese Idee weitergesponnen.

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Prinzipien des Commonsmanagements II

Auf den P2P Diskussionsseiten gibt es eine interessante Liste von Franco Papeschi & Tory Dunn zu der Frage, woran man ein nachhaltiges Projekt erkennen kann. Es erfasst m.E. zugleich die wichtigsten Prinzipien einer commons based economy, also der Gemeinschaftlichen Produktion von Gleich zu Gleich bzw. der ‘Gemeinen Peer-Produktion‘ jenseits von  Markt und Staat (Apropos,wie klingt der Begriff? Provokant?)

Hier die Übersetzung das Fragenkatalogs mit einigen Ergänzungen von mir. Die assoziierten Prinzipien, so wie ich sie sehe, habe ich in Klammern gesetzt.

  1. Hilft die Initiative/das Projekt den Menschen, ihre Zeit so gut wie möglich zu nutzen? (Zeiteffizienz besser vielleicht noch: Entschleunigung)
  2. Stärkt sie die Beziehungen zwischen den Menschen? (Beziehungsorientierung)
  3. Gibt es einen klar identifizierbaren sozialen Nutzen (oder, falls dieser nicht klar identifizierbar sein sollte, zeichnet sich diese Richtung ab)? (Gemeinwohlorientierung) Den Rest des Beitrags lesen »

Wem gehört die Welt? Zweite Auflage

Hab’ ich eigentlich schon berichtet, dass das Buch in zweiter Auflage erschienen ist? Ich freue mich auch immer, dass die Verkaufsplazierung bei Amazon im Bereich Gesellschaft/Politik/Staat so gut ist. Hier also das Cover der zweiten unveränderten Auflage mit einem kleinen roten Stempel drauf. Cover II

Joni Mitchell: they’ve paved paradise

„Big yellow taxi“ heißt der song, in dem Joni Mitchel Anfang der 70er über das Verschwinden der städtischen Gemeingüter singt. Und keiner merkt’s. Bzw. wir merken es erst, wenn sie weg sind:


So they have paved paradise
And put up a parking lot
With a pink hotel
A boutique
And a swimming night spot.
Don´t it always seem to go
That you don´t know what you got til it´s gone
They paved paradise
Put up a parking lot.
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Commoning! Was bitte?

Seit Wochen suchen wir nach einer Übersetzung dieses Satzes:

„There is no commons without commoning“. (Peter Linebaugh, siehe diesen Eintrag) Er bringt auf den Punkt, worum es bei den Gemeingütern (commons/Allmenden) geht: Um eine bestimmte Art und Weise des gemeinsamen Tuns. Um ein gemeinsames Verständnis davon, wie kollektiv verfügbare Ressourcen zu nutzen sind.

Heute dachte ich, vielleicht geht es so:

„Es gibt keine Gemeingüter ohne gemeinsames Wirken/Tun.“ oder „Gemeingüter entstehen aus gemeinsamem Wirken/Tun“

Wie klingt das? Bessere Vorschläge hocherwünscht.

Die Bedeutungen von „wirken“ gefallen mir, denn genau das ist es, worum es beim „commoning“ geht.

[1] tätig sein, nützlich sein, etwas schaffen, etwas vollbringen
[2] eine Wirkung entfalten …
[4] fachsprachlich: Textilien nach einem Wirkverfahren herstellen
[5] fachsprachlich: Gewebe mit eingearbeiteten Bildern oder Mustern herstellen

Commoning: das bedeutet, dass eine Nutzergemeinschaft, eine Gruppe von Menschen miteinander etwas macht. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Verfahrensweisen, aber stets lassen sich Muster (Prinzipien) ablesen – die Muster vitaler Gemeingüter.